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Neustart mit jungen Kräften

Dietmar Hummler - 25. September 2026

Biberachs Landesliga-Handballer gehen mit deutlich verjüngtem Kader in die Saison – Trainer setzen auf Tempo, Flexibilität und die Entwicklung der Eigengewächse.

Bei den Landesliga-Handballern der TG Biberach stehen die Zeichen auf Neustart. Nach dem Abgang mehrerer erfahrener Führungsspieler hat sich das Gesicht der Mannschaft deutlich verändert. Das Durchschnittsalter ist von 31 auf gerade einmal 25 Jahre gesunken. Für das Trainerduo Mihut Pancu und Jan Wille bedeutet das vor allem eines: neue Möglichkeiten.

Die Verjüngung ist dabei nicht nur eine Zahl auf dem Papier. Mit Patrick Müller und Cassian Lörinc haben sich gleich zwei A-Jugendliche in der Vorbereitung einen festen Platz im Team erarbeitet. Und auch weitere Eigengewächse stehen vor dem Sprung. Lukas und Paul Junginger sowie Linus Bach traut Pancu zu, zeitnah den Anschluss an den Landesligakader zu schaffen.

Für zusätzliche Erfahrung sorgt Neuzugang Nick Bohnen. Der 30-Jährige wechselte von der TSF Ditzingen an die Riß und ist im Angriff vielseitig einsetzbar. Eine weitere Stärke von Bohnen liegt in der Defensive . Eine Eigenschaft, die im neuen Biberacher Konzept eine wichtige Rolle spielen soll.

Denn der personelle Umbruch hat zwangsläufig auch Auswirkungen auf die Spielweise. In der Vorbereitung arbeitete die TG intensiv daran, das Spieltempo zu erhöhen und in der Abwehr variabler zu werden. „Wir haben daran gearbeitet, schneller zu spielen, und sind mit verschiedenen Abwehrformationen flexibler geworden“, bilanziert Pancu.

Eine stabile Defensive soll dabei die Grundlage für das neue Tempospiel bilden. Nur wenn hinten konsequent verteidigt wird, können die Biberacher über schnelle Gegenstöße zu einfachen Toren kommen. Mit der 5:1-Abwehr wurde deshalb auch eine offensivere Variante einstudiert. „Das ist bereits jetzt eine zusätzliche Option“, sagt Co-Trainer Jan Wille.

Mit dem Stand der Vorbereitung ist Wille grundsätzlich zufrieden. Vor allem nach der Urlaubszeit habe die Trainingsbeteiligung deutlich angezogen. Verbesserungspotenzial sieht er allerdings noch bei den sogenannten „unforced errors“ und beim Zusammenspiel. „Das Auge für den besser postierten Mitspieler muss noch öfter gefunden werden“, fordert der Co-Trainer.

Auch Kapitän Simon Krattenmacher sieht seine Mannschaft noch nicht am Ende ihrer Entwicklung. Gerade in der Defensive sei noch Feinjustierung notwendig. „Wir haben in der Abwehr noch Luft nach oben. Das ist aber normal und letztendlich dem Umbruch geschuldet. Die Jungs müssen ihre Rolle auf neuen Positionen erst noch vollständig finden.“

Gleichzeitig hat Krattenmacher aber gesehen, dass die Entwicklung in die richtige Richtung geht. Das zeigte sich insbesondere im letzten Testspiel gegen den klassenhöheren TV Gerhausen. Die TG lieferte eine starke Partie ab und hatte kurz vor dem Ende bei eigener Führung sogar die Chance auf den Sieg. Am Ende mussten sich die Biberacher denkbar knapp mit 30:31 geschlagen geben.

Die Niederlage tat der guten Stimmung keinen Abbruch – im Gegenteil. Trainerteam und Mannschaft werteten den Auftritt gegen den höherklassigen Gegner als weiteren wichtigen Schritt in der Vorbereitung.

Beim Blick auf die Saison hält sich Pancu mit konkreten Zielvorgaben zurück. Für den Trainer steht die Entwicklung der Mannschaft und insbesondere die Integration der jungen Spieler im Vordergrund. Wille formuliert derweil einen durchaus ambitionierten Wunsch: eine makellose Heimbilanz und den einen oder anderen Auswärtssieg.

Kapitän Krattenmacher blickt ebenfalls optimistisch nach vorne. Er sieht noch Steigerungspotenzial und möchte dieses am Ende in einem Platz im Tabellenmittelfeld umgesetzt sehen.

Wer um die Spitzenplätze mitspielen könnte, darüber herrscht im Biberacher Lager weitgehend Einigkeit. Als Topfavorit wird der TSV Bad Saulgau gehandelt. Der Lokalrivale kommt als Absteiger aus einer höheren Liga und dürfte entsprechend ambitioniert in die Saison gehen. Auch die HSG Oberkochen wird hoch eingeschätzt.
Pancu traut zudem dem SC Vöhringen einiges zu und sieht die Illertäler als Mannschaft, die um die vorderen Plätze mitspielen kann.

Gegen die besagte HSG Oberkochen hat die TG zum Saisonauftakt gleich ein dickes Brett zu bohren. Die Ostälbler besiegten am vergangenen Wochenende im ersten Saisonspiel den Lokalrivalen TSG Schnaitheim mit 29:26. Die HSG  erwartet die TG am 26. September zum ersten Heimspiel der neuen Saison. Anwurf ist 19.30 Uhr in der Malihalle.

Schwer zu taxieren sind dagegen die Aufsteiger BW Feldkirch, TG Geislingen und SG Hofen/Hüttlingen 2, zu denen es in den vergangenen Jahren kaum Berührungspunkte gab.

Für Spannung dürfte damit gesorgt sein. Die TG Biberach startet mit einer jungen, neu formierten Mannschaft in die Landesligasaison. Noch ist nicht absehbar, wohin die Reise führt. Klar ist aber: Im TG-Lager herrscht Zuversicht, dass der Umbruch gelingt – und dass die Zuschauer in Biberach künftig schnellen, attraktiven Handball zu sehen bekommen.