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TG Biberach ringt TV Weingarten nieder
Dietmar Hummler - 23. Februar 2026
In einem phasenweise chaotischen Derby setzte sich die TG Biberach vor heimischem Publikum mit 33:30 (17:17) gegen den TV Weingarten durch. Was auf dem Papier wie ein verdienter Heimsieg aussieht, offenbarte auf dem Spielfeld jedoch zahlreiche Schwächen und Unzulänglichkeiten auf Seiten der Gastgeber.
Vor rund 150 Zuschauern entwickelte sich eine Begegnung, die über weite Strecken von Fehlern, Unsicherheiten und mangelnder Struktur geprägt war. Am Ende stand zwar der doppelte Punktgewinn für die TG, doch wirkliche Zufriedenheit wollte sich bei Trainer Mihut Pancu nicht einstellen.
Von Beginn an wirkte das Spiel der Risstädter ungewohnt improvisiert. Klare Abläufe, die das Team in der Vorrunde noch ausgezeichnet hatten, waren kaum erkennbar. Stattdessen häuften sich ungenaue Zuspiele, technische Fehler und überhastete Abschlüsse. Immer wieder wurden Würfe unvorbereitet genommen – mit entsprechend mäßigem Erfolg.
Auch defensiv präsentierte sich die TG alles andere als sattelfest. Besonders in der ersten Halbzeit klafften große Lücken im Abwehrverbund. Das Rückzugsverhalten ließ ebenfalls zu wünschen übrig, sodass der TV Weingarten immer wieder zu einfachen Toren kam. Vor allem über Gegenstöße und schnelle Mitte-Angriffe hielten die Gäste problemlos mit.
Nach 20 ausgeglichenen Minuten übernahmen die Weingartener zunehmend das Kommando. Dank konsequenter Chancenverwertung nutzte das Tabellenschlusslicht die Schwächen der Gastgeber eiskalt aus. Über ein 12:14 in der 23. Minute erspielte sich der vermeintliche Außenseiter in der 27. Spielminute sogar eine Drei-Tore-Führung (14:17).
Die Zuschauer rieben sich verwundert die Augen. Die TG wirkte ideenlos und fahrig, während der TVW mutig und entschlossen agierte.
Erst in den letzten drei Minuten der ersten Halbzeit zeigte Biberach eine spürbare Reaktion. Plötzlich agierte das Team konzentrierter und konsequenter. Drei Treffer in Folge brachten den 17:17-Ausgleich – ein Halbzeitstand, der aus TG-Sicht eher schmeichelhaft war.
Wer nach der Pause auf eine deutliche Leistungssteigerung der Gastgeber gehofft hatte, wurde zunächst enttäuscht. Das kurze Aufbäumen vor der Halbzeit entpuppte sich als Strohfeuer. Beide Mannschaften lieferten sich weiterhin eine fehlerbehaftete Partie, in der sich trotz zahlreicher Gelegenheiten kein Team entscheidend absetzen konnte.
Das Spiel der Blau-Gelben blieb zerfahren. Technische Fehler und überhastete Abschlüsse bestimmten das Bild. In der 48. Minute gelang den Gästen aus der Welfenstadt der verdiente Ausgleich zum 26:26.
Selbst eine zweiminütige Überzahl konnte die TG nicht für sich nutzen. Im Gegenteil: Der TV Weingarten ging mit 27:28 in Führung und schien auf dem Weg zum ersten Saisonsieg.
In dieser kritischen Phase griff TG-Coach Mihut Pancu zur Auszeit – und fand offenbar die richtigen Worte. Mit sichtbarer Entschlossenheit kehrte seine Mannschaft auf das Feld zurück.
Nun nutzte Biberach die Fehler der Gäste konsequent aus. Innerhalb von vier Minuten drehte die TG das Spiel auf 32:28. Plötzlich funktionierten die Abläufe wieder besser, die Defensive stand stabiler und im Angriff wurde geduldiger gespielt.
Damit war die Partie entschieden. Dem TV Weingarten gelang mit dem Schlusspfiff lediglich noch eine Ergebniskorrektur zum 33:30-Endstand.
Trainerkritik trotz Sieg
Trotz des Erfolges zeigte sich Trainer Pancu nach Spielende sichtlich angefasst:
„Wir haben klare Abläufe, seit ein paar Wochen sehe ich diese aber nicht mehr. Nahezu jeder versucht gerade seine eigenen Ideen umzusetzen.“
Deutliche Worte, die zeigen, dass der Coach trotz des Sieges erheblichen Verbesserungsbedarf sieht. Die gute Form der Vorrunde scheint über die Weihnachtspause verloren gegangen zu sein.
Mit nun 22:8 Punkten und einem Torverhältnis von 443:414 steht die TG Biberach mit Platz 2 erfreulich in der Tabelle da.
Doch der Eindruck aus diesem Derby relativiert diese Freude. Bereits am kommenden Wochenende steht das nächste Heimspiel an. Gegner ist der abstiegsgefährdete, zuletzt aber formstarke HC Lustenau. In der aktuellen Verfassung dürfte Biberach trotz Heimvorteils eher als Außenseiter in diese Begegnung gehen.
Ein Sonderlob verdiente sich an diesem Abend das Schiedsrichtergespann Peter Staneker und Yannik von der Dellen. In einer intensiven und nicht immer einfachen Partie agierten sie ruhig, konsequent und jederzeit souverän.

Tor: Florian Müller, Tim Schätzle, Silas Unseld
Lukas Fimpel (8/2 per Strafwurf), Bogdan Botezatu (6), Nico Hardegger (5), Daniel Krais (5/1), Simon Krattenmacher (3), Valentin Istoc (2), Mathis Streitlein (2), Costel Manea (1), Mihai Sandu(1), Jonas Frey, Luis Braun