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Zwei Spiele, zwei Gesichter – weibliche C-Jugend zeigt Moral

Vanessa Otto - 25. Januar 2025

Innerhalb einer Woche absolvierte die weibliche C-Jugend der Tg Biberach in der Oberliga zwei Spiele, die unterschiedlicher kaum hätten sein können – sowohl im Ergebnis als auch im Auftreten der Mannschaft.

Am Mittwoch musste das Team in heimischer Halle eine deutliche 27:43-Niederlage gegen den Tabellenzweiten, den TV Weingarten, hinnehmen. Von Beginn an fand die Mannschaft nicht zu ihrem Spiel. In der Abwehr stand man zu selten kompakt, wodurch die Gegnerinnen immer wieder zu einfachen Torabschlüssen kamen. Im Angriff schlichen sich zahlreiche technische Fehler ein, die den Spielfluss zusätzlich hemmten und man oft in das passive Spiel geriet. So gelang es der Mannschaft nicht, an die guten Leistungen der Hinrunde anzuknüpfen. Danken möchten wir an dieser Stelle den beiden D-Jugendlichen Valentina Grune und Amina Winter, die beide mit guten Aktionen versuchten, ihren Teil für die Mannschaft beizutragen, es in der Gesamtheit an diesem Tag nicht reichen sollte. Es war ein schmerzhafter Abend, an dem deutlich wurde, was passiert, wenn das vorhandene Potenzial nicht abgerufen wird. Dennoch galt nach dem Spiel: Mund abwischen, weitermachen.

Mit genau dieser Einstellung ging es am vergangenen Samstag auf die lange Auswärtsfahrt in die Großregion Stuttgart zum Handballteam Staufen. Das klare Ziel lautete, es diesmal besser zu machen und den Gegnerinnen das Leben so schwer wie möglich zu gestalten. Und von der ersten Minute an war zu sehen: Die Mannschaft hatte aus dem Mittwochsspiel gelernt. Die Abwehr stand kompakt, agierte aufmerksam und ließ kaum klare Wurfchancen zu. Folgerichtig erzielte die Mannschaft das erste Tor der Partie durch einen 7-Meter-Wurf von Emilia Frankenhauser. In den ersten neun Minuten entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, ehe eine unglückliche Abwehraktion in der 12. Minute zu einer 2-Minuten-Strafe auf der Außenposition führte. Die Überzahl nutzten die Gastgeberinnen clever aus, erhöhten das Tempo und setzten sich auf fünf Tore in den nächsten Minuten ab.

In dieser Phase war eine gewisse Verunsicherung spürbar – zu präsent war noch die Erinnerung an das verlorene Spiel unter der Woche. In der 18. Spielminute folgte daher die verdiente Auszeit. Die Marschroute war klar: Köpfe hoch, weiterarbeiten, über eine kompakte Abwehr wieder Zugriff bekommen, mutig nach vorne spielen und sich bei Fehlern auf die Defensive verlassen.

Was folgte, war eine aufsteigende Phase der Mannschaft in diesem Spiel. Beide Teams erzielten zwar schnelle Tore, doch im Angriff fand die Mannschaft immer wieder schöne Lösungen. Das 1:1 auf den Außenpositionen wurde konsequent gesucht, Zuspiele an den Kreis sorgten für zusätzliche Variabilität, sodass Mila Theiss und Elena Krischak Tore warfen und Luise Kleineikenscheidt strahlte die Torgefährlichkeit im Rückraum aus. Zwar ließ die Beinarbeit in der Abwehr etwas nach, doch es war deutlich zu spüren und dass in der einer erneuten Unterzahl: Hier ist noch alles möglich. Mit einem 13:19-Rückstand ging es in die Halbzeitpause.

Das Trainerteam schwor die Spielerinnen darauf ein, in der Abwehr weiter griffig zu bleiben und über hohes Tempo nach vorne alles in die Waagschale zu werfen. Der Einsatz zahlte sich aus: Bis zur 32. Spielminute kämpfte sich die Mannschaft auf 21:23 heran. Beispielhaft hierfür waren der Zug nach vorne durch Sarah Ammann, die in dieser Phase das Zepter in die Hand nahm und eine Szene unserer Kreisläuferin Elena Krischak, die nach ihrem Tor blitzschnell zurücklief und den zweiten Pass nach dem gegnerischen Anwurf abfing – der Gegner sah sich zur Auszeit gezwungen.

Auch diese Minute nutzte die Mannschaft clever, sammelte Kräfte und blieb beim eingeschlagenen Weg. Besonders lobenswert war der Einsatz der drei Spielerinnen Emma de Felice, Anna Krug und Jule Köhler aus der zweiten Mannschaft, die sich in dieser entscheidenden Phase hervorragend einbrachten: vorne mit wichtigen Toren, hinten mit vollem Einsatz und großer Bereitschaft, für das Team zu arbeiten.

Fünf Minuten vor dem Ende stand es 28:31. In der letzten Auszeit setzte man sich ein klares Ziel: nochmals alles investieren und auf ein Tor herankommen – schließlich war auch das Hinspiel in heimischer Halle nur mit einem Treffer Unterschied für die Biberacherinnen entschieden worden. Zwar musste man zunächst drei Gegentore hinnehmen, doch die Mannschaft zeigte erneut große Moral, erzielte selbst vier Treffer und Sarah Ammann verwandelte 15 Sekunden vor dem Abpfiff den Siebenmeter zum 33:34-Endstand.

Diese Niederlage fühlte sich nicht wie eine solche an, sondern vielmehr wie ein Teilerfolg, der Mut macht und zeigt, wozu die Mannschaft fähig ist, wenn Einsatz, Konzentration und Zusammenhalt stimmen. Eine Leistung, auf der sich in den kommenden Wochen aufbauen lässt.

Der Kader am Mittwoch: Stina Börner, Helena Ivkovic, Kirsten Hundertmark, Luise Kleineikenscheidt, Sophia Braig, Emilia Frankenhauser, Elena Krischak, Ellie Steigmiller, Gemma Steinhauser, Mila Theiss, Valentina Grune und Amina Winter

Der Kader am Samstag: Stina Börner, Helena Ivkovic, Kirsten Hundertmark, Luise Kleineikenscheidt, Sarah Ammann, Emma de Felice, Emilia Frankenhauser, Jule Köhler, Anna Krug, Elena Krischak und Mila Theiss