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wJC1 / Arbeitssieg mit langem Atem gegen TSV Köngen

Vanessa Otto - 21. November 2025

Am vergangenen Samstag traf unsere weibliche C-Jugend auf einen bislang unbekannten Gegner, den TSV Köngen und dieser wollte nach bisher nur einem Saisonsieg in der Oberliga unbedingt ein Zeichen setzen. Der Matchplan bei den Biberacherinnen war wiederum klar: hohes Tempo, schnelle Abschlüsse aus erster und zweiter Welle und von Beginn an das Spiel bestimmen. Der 3:0-Start in den ersten drei Minuten ließ hoffen, doch schnell zeigte sich, dass dieser Tag kein Selbstläufer werden würde.

In der Abwehr fand das Team kaum Zugriff, die nötige Laufbereitschaft fehlte, um die gegnerischen Angriffe frühzeitig zu stören. So kippte die Partie, und in der 11. Minute gelang den Gästen sogar die 9:10-Führung. Besonders schmerzhaft: Immer dann, wenn die Gastgeberinnen in der Abwehr doch einmal richtig standen, kam man zu spät – und musste infolgedessen sechs von sechs Siebenmetern gegen sich hinnehmen. Mit einem knappen 17:18 ging es in die Halbzeit.

In der Kabine wurde es zum ersten Mal in dieser Saison deutlich: Kritik in allen Bereichen – Motivation, Einsatz, Abwehrverhalten, Teamgeist. Einzig eine der beiden Spielerinnen aus der C2 konnte in der ersten Halbzeit positiv herausstechen, überzeugte mit ihrer quirligen und mutigen Spielweise. Die Mannschaft versprach Besserung und wollte in Durchgang zwei alles in die Waagschale werfen.

Dieser Wille war sofort zu spüren. Tor um Tor kämpfte sich das Team zurück, glich in der 34. Minute aus und riss das Spiel zunehmend an sich. Durch deutlich besseren Zugriff in der Abwehr gelang in der 39. Minute beim 27:25 erstmals wieder eine 2-Tore-Führung – der Gegner reagierte prompt mit einer Auszeit. Doch anstatt daran anzuknüpfen, verfiel die Mannschaft erneut in alte Muster und musste einen 0:3-Lauf hinnehmen. In der 48. Minute stand ein bitteres 29:32 auf der Anzeigetafel, und die zweite Heimniederlage schien greifbar.

Doch dann zeigten die Mädchen Moral: Zwei progressive Zeitstrafen gegen die Gäste weckten die Gastgeberinnen noch einmal auf – und in nur 122 Sekunden legten sie einen beeindruckenden 4:0-Lauf hin. Am Ende stand ein emotionaler, hart erkämpfter Arbeitssieg, der weniger durch spielerische Glanzmomente, sondern durch Kampf und Charakter entschieden wurde.

Erschöpft, erleichtert – aber auch selbstkritisch ob der eigenen Leistung – lagen sich die Spielerinnen nach dem Spiel in den Armen. Es war kein schöner, aber ein wichtiger Sieg. Einer, der zeigt: Wenn dieses Team zusammenhält, ist es auch in schwierigen Phasen in der Lage, Spiele zu drehen.

Das Team: Sarah Ammann, Stina-Eirin Börner, Emilia Frankenhauser, Kirsten Hundertmark, Helena Ivkovic, Luise Kleineikenscheidt, Jule Köhler, Elena Krischak, Isabel Kron und Mila Theiss