Mögliche Ziele: Branding oder Kundengewinnung?
Kommentar: Axel Fischer: Eine Idee wäre zum Beispiel Branding: Ich will meinen Namen lokal bekannt machen. Dann brauche ich eine Strategie, vielleicht auch Kampagnen über mehrere Monate. Oder ich setze auf Lead-Generierung, um gezielt neue Kunden zu gewinnen. Aber ohne Ziel ist Social Media nur eine weitere To-do-Liste.

„Eine Homepage kann mehr sein als eine digitale Visitenkarte“

Kommentar: Axel Fischer: Wenn ich Social Media oder die Homepage nutze, muss ich mir klar sein: Will ich damit Branding betreiben? Will ich neue Kunden gewinnen? Oder vielleicht auch Personal? Das lässt sich analysieren. Aber ohne Strategie ist eine schöne Webseite für 6.000 € nur eine digitale Visitenkarte.
Kommentar: Oliver Lukner: Richtig. Eine Webseite kann zu einem aktiven Mitarbeiter werden, der 24/7 für dich arbeitet – aber nur, wenn dahinter ein Konzept steckt. Einfach hübsch designen lassen bringt nichts, wenn sie nicht gezielt für Kundengewinnung oder andere Ziele eingesetzt wird.
„Aufklärung ist der erste Schritt“
Antwort: Florian Theurer: Da bin ich bei euch. In den letzten 20 Jahren haben wir schon dreimal unsere Homepage neu gemacht – jedes Mal moderner, schöner, aber am Ende bleibt sie statisch. Der Unternehmer selbst hat oft keine Zeit, ständig Content zu liefern. Große Firmen haben dafür Mitarbeiter, bei uns ist das schwieriger.
Der optimale Weg wäre wohl eine Kombination aus Homepage und Social Media – beides mit einer klaren Strategie. Das ist ähnlich wie in der Hörakustik: Das Angebot ist riesig, und es fällt schwer, den richtigen Dienstleister zu finden. Oft fehlt die Aufklärung darüber, was möglich ist – genauso wie bei vielen Kunden, die sagen: „Ein Hörgerät? Brauche ich nicht.“

„Ein Google Business Eintrag reicht nicht“

Antwort: Florian Theurer: Eine schöne Webseite allein holt keine Kunden. Viele nutzen ohnehin Google Maps oder einen Google Business Eintrag, um Öffnungszeiten oder die Adresse zu finden. Aber eine produktive Webseite wäre natürlich ein Traum: Eine Seite, die Kompetenz ausstrahlt, Mehrwert für den Kunden bietet und unser Alleinstellungsmerkmal transportiert.
„Der Content ist längst da – man muss ihn nur nutzen“
Kommentar: Axel Fischer: Wir glauben, dass ihr den nötigen Content schon permanent produziert. Alle Schulungen, die ihr gebt – man müsste sie nur auf eine Tonspur bringen. Mit KI kann daraus ein Text entstehen, den ein Profi wie Olli für relativ wenig Aufwand überarbeitet.
Kommentar: Oliver Lukner: Genau. Das ist nicht billig, weil es schnell gehen muss – aber effizient. Und dann wird aus all dem Wissen, das ihr sowieso täglich vermittelt, hochwertiger Content für die Homepage und Social Media.

„Ihr produziert Content – ihr müsst ihn nur nutzen“

Kommentar: Axel Fischer: Nicht falsch verstehen: Es geht nicht darum, dass Olli billig ist. Es geht darum, dass er das Know-how und die Erfahrung hat. Mit einem Content-Management-System könnte eure Mitarbeiterin Inhalte direkt selbst einpflegen. Ihr produziert jeden Tag Material – in Schulungen, im Kundengespräch – und nutzt es nicht. Das machen viele Unternehmen nicht, obwohl es so einfach wäre.
Interne Strategien statt Agentur-Abhängigkeit
Kommentar: Oliver Lukner: Die Lösung ist nicht, dauerhaft eine Agentur dazwischenzuschalten. Viel sinnvoller ist es, eine Strategie zu entwickeln, wie ihr das langfristig intern lösen könnt. Der Start kann über ein Consulting laufen – und übrigens: Es gibt dafür auch Förderprogramme wie BAFA.
Antwort: Florian Theurer: Ja, das wäre definitiv eine spannende Thematik. Gerade das Thema KI eröffnet neue Möglichkeiten. Wenn man den täglichen Austausch nutzt, könnte man Texte generieren lassen, die dann noch angepasst und freigegeben werden. Aber es ist auch ein Thema der Unwissenheit – und natürlich der Zeit, gerade mit dem aktuellen Personalmangel.

„Die Stories sind da – wir müssen sie erzählen“

Kommentar: Axel Fischer: Genau. Ihr müsst die Texte nicht selbst schreiben. Eure Mitarbeiterin kann Landingpages vorbereiten, die du dann freigibst. Und die vielen Kundenstories, die bei euch entstehen – das ist pures Gold für eure Außendarstellung.
Stell dir vor, ein Kunde erzählt in einem Interview: „Ich wusste gar nicht, dass mein Gehör so viel Potenzial hat. Erst bei Bendel Hörsysteme wurde mir eine völlig neue Welt eröffnet.“ Solche Aussagen sind mächtig.
Kommentar: Oliver Lukner: Aber im Netz seid ihr im Moment nur einer von vielen – ein ganz normaler 08/15-Hörgeräteanbieter. Dabei habt ihr so viel mehr zu bieten.
Antwort: Florian Theurer: Richtig.
KI in der Hörakustik
Frage: Axel Fischer: Setzt ihr KI schon aktiv ein? Habt ihr da Erfahrungen, die auch für Kollegen interessant sein könnten?
Antwort: Florian Theurer: Im täglichen Ablauf nutzen wir KI noch nicht aktiv. Aber natürlich ist KI bereits in den neuesten Hörsystemen integriert – dort unterstützt sie die Technik, um zum Beispiel Alltagsgeräusche intelligenter zu verarbeiten.

„Papierlos, digital – und doch nicht immer perfekt“

Antwort: Florian Theurer: Beim Thema Digitalisierung arbeiten wir aktuell an verschiedenen Punkten: Papierlosigkeit, digitale Dokumentensysteme und sogar Abformungen mit Laser statt mit Abdruckmaterial. All das versuchen wir, in unseren täglichen Arbeitsablauf einzubinden.
„Nicht jede Investition zahlt sich sofort aus“
Frage: Axel Fischer: Gab es rückblickend ein digitales Projekt, das sich als nicht so sinnvoll herausgestellt hat? Mal abgesehen vom Tamagotchi.
Antwort: Florian Theurer: (lacht) Ja, abgesehen davon: Wir haben einen Laser für Ohrabformungen angeschafft. An sich funktioniert er hervorragend – drucklos, perfekt für Menschen mit Allergien. Aber die Übertragung der Daten in das spätere Produkt hat uns gezeigt, dass es nicht hundertprozentig optimal ist. Gerade bei Rückkopplungen oder Druckstellen mussten wir nachjustieren. Anfangs haben wir den Laser täglich genutzt, mittlerweile setzen wir ihn gezielter ein – bei Allergikern oder sehr schwierigen Gehörgängen.
Kommentar: Oliver Lukner: Das klingt, als würde die Technik theoretisch perfekt passen, praktisch aber noch Kinderkrankheiten haben.
Antwort: Florian Theurer: Genau. Der Datensatz wird zwar weitergegeben, aber bei der Verarbeitung treten Differenzen auf, die in der Praxis Probleme verursachen können.

„Man muss sich Gedanken machen“

Kommentar: Axel Fischer: Ich nehme an, das ist noch eine recht neue Technik. Ich gehe davon aus, dass daran weitergearbeitet wird.
Antwort: Florian Theurer: Definitiv. Und ich finde, das ist ein gutes Beispiel: Man muss sich immer wieder Gedanken machen – egal in welcher Richtung.
Junge Menschen und die Zukunft ländlicher Räume
Kommentar: Axel Fischer: Und diese Gedanken sollten auch die jungen Menschen mit einbeziehen. Es muss attraktiv sein, in kleineren Städten zu bleiben. Sonst zieht es sie in die großen Städte – auf der Suche nach Abenteuer und Abwechslung.
Antwort: Florian Theurer: Da bin ich bei dir. Gerade für die nächste Generation müssen wir Angebote schaffen. Eine Stadt wird nicht attraktiver, wenn Jugendliche mit 16 oder 17 abends keinen Ort haben, wo sie hingehen können – außer vielleicht zur Tankstelle.

„Warum sollen Jugendliche bleiben, wenn es keine Angebote gibt?“

Kommentar: Axel Fischer: Am Ende zieht es viele Jugendliche raus aufs Land – oder sie treffen sich irgendwo im Park oder an der Tankstelle.
Antwort: Florian Theurer: Stimmt. Heute habe ich mein Smartphone in der Tasche und mit dem Elektrozug bin ich in 20 oder 30 Minuten in Ulm. Das dauert nicht länger, als früher mit dem Bus von Hochdorf nach Biberach. Warum soll sich ein 16-Jähriger an der Tankstelle die Zeit vertreiben, wenn er in der Stadt ein spannendes Angebot findet?
Kommentar: Oliver Lukner: Das ist ein Thema für einen eigenen Podcast!
Antwort: Florian Theurer (lacht): Ja, das könnte man ewig diskutieren. Ich wollte nur den Aspekt mit dem Bahnticket noch einwerfen. Aber gut, das führt jetzt zu weit.
Abschlussfrage: „Was möchtest du noch loswerden?“
Frage: Oliver Lukner: Flo, gibt es noch etwas, das du loswerden möchtest? Etwas, das dir wichtig ist oder das du uns fragen möchtest?
Antwort: Florian Theurer: Das ist eine sehr gute Frage. Grundsätzlich finde ich die Idee, die wir hier gerade beginnen umzusetzen, sehr, sehr gut. Mir persönlich macht es Spaß, mit Menschen zu arbeiten, die Fragen stellen – weil es auch für mich ein Blick hinter die Kulissen ist.

„Einblick in die Realität der Unternehmen“

Antwort: Florian Theurer: Viele Menschen kennen die Unternehmen vor Ort nur dem Namen nach. Aber was steckt wirklich dahinter? Was macht sie besonders? Diese Realität wird selten sichtbar. Deshalb ist dieser Austausch wichtig.
„Podcast als spannende Plattform“
Antwort: Florian Theurer: Ich denke, dieses Format – ob als Text oder als Podcast – ist eine tolle Möglichkeit, genau diese Geschichten zu erzählen. Es ist eine andere Ebene, eine andere Plattform, die viel mehr Einblicke erlaubt als ein klassisches Interview mit zehn Fragen. Und ich kann mir gut vorstellen, dass auch andere Unternehmen das spannend finden würden.

„Ich würde es jedem Unternehmer empfehlen“

Frage: Axel Fischer: Flo, würdest du anderen Unternehmern den Podcast mit uns empfehlen? Wenn dich jemand fragt: „Wie war das? Soll ich das auch machen?“ – was würdest du sagen?
Antwort: Florian Theurer: Sprich frei und offen? (lacht) Nein, im Ernst: Ich durfte das heute miterleben und finde es sehr gut. Ich würde es jedem empfehlen, der die Möglichkeit hat. Man bekommt hier eine Stimme nach außen, die nicht nur von einem selbst transportiert wird, sondern in einem offenen Gespräch entsteht. Das macht es authentisch.
„Vorbereitung? Sehr unkompliziert“
Frage: Oliver Lukner: Wie war die Vorbereitung für dich? War das aufwendig?
Antwort: Florian Theurer: Ganz ehrlich? Ich hatte keine Zeit für große Vorbereitung. Aber ich wurde vorab informiert, wie der Ablauf ist, und habe einen Auszug der Fragen bekommen. Mit etwas geringerem Zeitaufwand konnte ich mich also ein wenig einlesen. Wobei ich finde: Wenn es um Themen geht, die man als Unternehmer täglich lebt, kennt man sowieso die Antworten.
Kommentar: Axel Fischer: Genau. Die Fragen, die wir mitgebracht haben, waren eher ein roter Faden. Im Interview sind viele davon spontan entstanden – das macht es lebendig.
Antwort: Florian Theurer: So ist es.

„Gab es eine Frage, die wir hätten stellen sollen?“

Frage: Oliver Lukner: Gibt es eine Frage, die wir unbedingt hätten stellen sollen? Etwas, das du noch loswerden willst?
Antwort: Florian Theurer: Eigentlich nicht. Wir haben eine große Bandbreite abgedeckt. Vielleicht das Thema Gehörschutz – das kam nur am Rande vor. Dabei ist es auch ein wichtiges Feld für uns: individuell gestalteter Gehörschutz für Industrie, Musiker oder Sportveranstaltungen wie bei der TG Biberach. Aber ansonsten fehlt mir nichts.
„Vielen Dank für deine Offenheit“
Kommentar: Axel Fischer: Flo, wir möchten uns ganz herzlich bei dir bedanken – für deine Zeit, deine Offenheit und die vielen spannenden Einblicke.
Kommentar: Oliver Lukner: Absolut. Es war ein großartiges Gespräch, das sicher nicht nur uns, sondern auch unseren Zuhörern und Lesern viele neue Perspektiven gegeben hat.

Einleitung: Hinter die Kulissen von Bendel Hörsysteme

Kommentar: Axel Fischer: Hallo und herzlich willkommen zu unserem Podcast. Wir schauen hinter die Kulissen von Unternehmerinnen und Unternehmern und sprechen über ihre Visionen, Herausforderungen und Erfolge. Unser Gast heute: Florian Theurer.
Frage: Axel Fischer: Flo, magst du dich kurz vorstellen?
Antwort: Florian Theurer: Ja, erstmal danke, dass ich hier sein darf. Herzlich willkommen bei mir im Haus. Mein Name ist Florian Theurer. Ich bin Hörakustikmeister und Geschäftsführer der Firma Bendel Hörsysteme mit Hauptsitz in Biberach und einer Filiale in Laupheim. Wir kümmern uns um alle Belange von Menschen mit Hörverlust und führen sie auf unserem eigenen Weg zu besserem Hören – vor allem in den Situationen, die für sie wichtig sind.
Kommentar: Oliver Lukner: Und moderiert wird der Podcast von uns beiden: Ich bin Oliver Lukner von Editorio. Wir sind ein redaktionelles Kreativbüro für Informationsgestaltung und übersetzen unternehmerische Ideen in klare Worte.
Kommentar: Axel Fischer: Und ich bin Axel Fischer von Points Look. Wir digitalisieren Firmen und sorgen dafür, dass sie online sichtbar werden.
Abschluss: Ein Dankeschön an alle Beteiligten
Kommentar: Axel Fischer: Flo, an dieser Stelle möchten wir uns einfach bedanken. Danke, dass du so spontan zugesagt und dir heute die Zeit genommen hast. Wir sitzen hier jetzt seit fünf Stunden zusammen.
Antwort: Florian Theurer: Ich muss ehrlich sagen, es kam mir gar nicht so lange vor.
Kommentar: Oliver Lukner: Mir auch nicht. Vielen, vielen Dank für deine Offenheit und die vielen spannenden Einblicke.
Antwort: Florian Theurer: Ich sage auch danke – es hat mir riesigen Spaß gemacht.
Kommentar: Oliver Lukner: Ebenso. Es war sehr informativ und der Espresso war übrigens auch großartig.

Fazit: Würdest du es anderen empfehlen?

Frage: Axel Fischer: Würdest du anderen Unternehmern empfehlen, ebenfalls so ein Podcast-Interview mit uns zu machen?
Antwort: Florian Theurer: Auf jeden Fall. Es war eine tolle Erfahrung. Ich würde es jedem empfehlen, der die Möglichkeit hat. Es ist eine ganz neue Form, seine Geschichte nach außen zu tragen – authentisch, im offenen Gespräch.