Ein Blick hinter die KulissenEin Podcast/Gespräch der TG Handball Biberach

Interview mit Florian Theurer - Bendel Hörsysteme
Ein Blick hinter die Kulissen mit Florian Theurer
Ein Podcast/Gespräch der TG Handball Biberach, produziert von Axel Fischer (pointslook GmbH) und Oliver Lukner (Editorio).
In dieser Podcast-Folge sprechen wir Axel mit dem Biberacher Unternehmer Florian Theurer über seinen Weg in der Hörakustik. Es geht um Entscheidungen, Herausforderungen und die Leidenschaft, Menschen zu besserem Hören zu verhelfen. Die Gastgeber geben dabei spannende Einblicke in ihre Arbeit und zeigen, wie sie unternehmerische Ideen digital sichtbar machen. Ein authentisches Gespräch über Fachkompetenz, Unternehmertum und den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen.
Kontakt:
Florian Theurer: fragen@bendel-hoersysteme.de
Oliver Lukner: o.lukner@editorio.de
Axel Fischer: axel.fischer@pointslook.com
Wir haben diesen Beitrag nicht nur als Artikel aufbereitet, sondern auch als Podcast aufgenommen.

Ein Blick hinter die Kulissen: Wie Florian Theurer Menschen besser hören lässt
Kommentar: Axel Fischer:
Willkommen zu unserem Podcast „Podcast-Konzept – Ein Blick hinter die Kulissen“. Die Idee dahinter: Wir sprechen mit Unternehmerinnen und Unternehmern über das, was man sonst selten hört – ihre Wege, Entscheidungen, Herausforderungen und Überzeugungen.
Kommentar: Axel Fischer:
Das Gespräch heute wird gemeinsam geführt von Oliver Lukner und mir. Olli, magst du dich kurz vorstellen?
Antwort: Oliver Lukner:
Gerne! Ich bin Oliver Lukner, Gründer von Editorio. Wir sind ein redaktionelles Kreativbüro für Informationsgestaltung – das heißt, wir übersetzen unternehmerische Ideen und Identität in klare, starke Worte, die wirklich ankommen.
Kommentar: Axel Fischer:
Und mein Name ist Axel Fischer, ich komme von Pointslook. Wir machen Unternehmen digital sichtbar – egal ob über Websites, Social Media oder Podcasts. Unser Ziel ist es, unternehmerische Ideen ins Netz zu bringen, wo sie gesehen und verstanden werden. Dafür entwickeln wir Konzepte und beraten unsere Kunden umfassend in der digitalen Kommunikation.
Kommentar: Axel Fischer:
Heute sind wir zu Gast bei Florian Theurer – Flo, wie wir ihn nennen dürfen. Er ist Unternehmer in Biberach und führt ein Hörakustikgeschäft, über das wir heute mehr erfahren wollen.
Kommentar: Oliver Lukner:
Hallo Flo, schön, dass du heute dabei bist!
Kommentar: Florian Theurer:
Hallo Axel, hallo Olli – vielen Dank, dass ich hier sein darf. Ich bin gespannt auf unser Gespräch.

Hörakustik mit Herz und System – Das ist Bendel Hörsysteme
Kommentar: Axel Fischer:
Bevor wir tiefer einsteigen, stell dich doch gerne kurz vor: Wer bist du, wie heißt deine Firma, und was macht ihr genau?
Antwort: Florian Theurer:
Gerne. Mein Name ist Florian Theurer. Ich betreibe zwei Hörakustik-Fachgeschäfte unter dem Namen Bendel Hörsysteme GmbH – eines in Biberach und eines in Laupheim.
Wir kümmern uns um Menschen mit Schwerhörigkeit. Dabei setzen wir auf ein eigens entwickeltes System, mit dem wir unsere Kundinnen und Kunden dabei unterstützen, auch in schwierigen Hörsituationen wieder gut zu verstehen und aktiv am Leben teilzunehmen.
Darüber hinaus bieten wir auch Gehörschutz an – gerade in einer Region mit viel Industrie ist das ein großes Thema. Auch Musiker betreuen wir mit In-Ear-Monitoring-Lösungen. Ergänzt wird unser Angebot durch Zubehör für Menschen mit Hörminderung.
Vom Schwarzwald nach Biberach: Florians Weg in die Selbstständigkeit
Frage: Oliver Lukner:
Und du selbst – bist du gebürtiger Biberacher oder wie bist du hierher gekommen?
Antwort: Florian Theurer:
Ich bin nicht gebürtig aus Biberach. Geboren wurde ich im Raum Pforzheim, aufgewachsen bin ich im Nordschwarzwald. Nach Biberach kam ich vor rund 23 Jahren – damals habe ich einen bestehenden Hörakustikbetrieb übernommen, der keinen Nachfolger hatte.
Das war der Start in meine Selbstständigkeit – und seither bin ich hier mit meinem Unternehmen verwurzelt.

Wie der Zufall zum Traumberuf führte
Frage: Axel Fischer:
Florian, wie kam das eigentlich – bist du direkt in die Hörakustik eingestiegen?
Antwort: Florian Theurer:
Nein, ganz und gar nicht. Ich hab meine Ausbildung damals in Pforzheim gemacht, aber dass ich mal Hörakustiker werde, war wirklich nicht geplant. Ich bin ehrlich – das hat sich eher zufällig ergeben. So wie man manchmal sagt: wie der Ochs zum Berg.

Frage: Oliver Lukner:
Wie war denn dein Weg nach dem Schulabschluss?
Antwort: Florian Theurer:
Nach meinem Realschulabschluss hab ich erst ein Praktikum als Optiker gemacht. Das war aber, vielleicht auch betriebsbedingt, nicht so ganz mein Fall. Ich wusste dann erstmal gar nicht, was ich machen soll, und hab mich vorsorglich fürs Wirtschaftsgymnasium angemeldet. Aber dann hat meine damalige Klassenlehrerin gesagt: „Wenn dir das Optiker-Praktikum grundsätzlich nicht gefallen hat, schau dir doch mal die Hörakustik an – ist ein ähnliches Berufsfeld.“ Sie kannte da jemanden aus ihrem Freundeskreis.
Antwort: Florian Theurer (fortsetzend):
In den Sommerferien hab ich dann tatsächlich ein Praktikum bei einem Hörakustiker gemacht. Und das hat super gepasst. Ich hab mich nicht dumm angestellt, wurde direkt stark in den Betrieb eingebunden – das war toll. Am Ende hat der Chef gesagt: „Wenn du willst, kannst du hier eine Ausbildung machen.“ Und so ging das dann los.
Einwurf: Axel Fischer:
Da warst du dann 16 oder 17?
Antwort: Florian Theurer:
Genau. Ich war damals 16. Ich hatte dann auch das „Glück“, dass ich wegen Untauglichkeit nicht zur Bundeswehr musste. Ab da hab ich mich voll reingehängt, weitergebildet und mich richtig in den Beruf reingearbeitet. Ich hatte auch schon früh den Wunsch, irgendwann mal selbstständig zu sein.
Kein Handwerk in zweiter Generation – und trotzdem inspiriert
Frage: Oliver Lukner:
Kommt das aus deinem Elternhaus? War dein Vater auch in einem handwerklichen Beruf?
Antwort: Florian Theurer:
Nee, gar nicht. Mein Vater war Schmuckgroßhändler – was auch gut zu Pforzheim passt, der „Goldstadt“,wo ich in der Nähe aufgewachsen bin. Mit Hörakustik hatte das überhaupt nichts zu tun. Ihm war aber wichtig, dass wir – mein Bruder und ich – nicht automatisch in seinen Beruf einsteigen müssen. Er hat uns da alle Freiheiten gelassen.
Einwurf: Axel Fischer:
Du hast also Geschwister?
Antwort: Florian Theurer:
Ja, ich hab einen jüngeren Bruder, der aber auch nichts mit diesem Bereich zu tun hat.
Antwort: Florian Theurer (fortsetzend):
Trotzdem war mein Vater auf eine gewisse Weise prägend. Er war sogar derjenige, der damals meinte: „Schau dir doch mal Optik an.“ Als Schmuckgroßhändler war er viel in Geschäften unterwegs, wo es oft die Kombination Schmuck, Uhren und Optik gab. Daher kannte er das Berufsbild und fand es ganz spannend. Das hat bei mir schon was ausgelöst.
Antwort: Florian Theurer (weiter):
Das erste Praktikum im Bereich Optik hat dann zwar nicht so gezündet, aber im Nachhinein war es gut so – denn so bin ich zur Hörakustik gekommen. Und das war definitiv die richtige Entscheidung. Nach meiner Ausbildung bin ich ganz klassisch weitergegangen: Früher gab es ja noch diese dreijährige Gesellenzeit, bevor man den Meister machen konnte.
Vom Gesellen zum Meister – Schritt für Schritt in die Selbstständigkeit
Frage: Axel Fischer:
Erklär das bitte nochmal. Du hast also nach der Ausbildung wie weitergemacht?
Antwort: Florian Theurer:
Ich habe nach den drei Jahren Ausbildung weitere drei Jahre Gesellenzeit in meinem Ausbildungsbetrieb gemacht. Das war damals noch Pflicht, bevor man überhaupt die Meisterschule besuchen konnte. In dieser Zeit habe ich viel Erfahrung gesammelt und mich fachlich wie persönlich weiterentwickelt.
Antwort: Florian Theurer (weiter):
Im letzten Jahr der Gesellenzeit hab ich dann direkt den Meister gemacht. Das war für mich der logische nächste Schritt – ich wollte mich weiter qualifizieren, um irgendwann den Traum der Selbstständigkeit zu verwirklichen.
Karriereweg, Berufung und Perspektiven im Hörakustik-Handwerk.
Wie wird man Hörakustik-Meister?
Frage: Axel Fischer:
Wie lange dauert es eigentlich, bis man Hörakustik-Meister ist? Was ist da realistisch?
Antwort: Florian Theurer:
Das geht in der Regel in etwa einem halben Jahr bis einem Jahr (entweder Vollzeit Schule oder auch dual, dann geht es etwas länger aber man bleibt in der Praxis gut drin) – also der Meisterkurs an sich. Zusätzlich kommen dann noch Themen wie Poolbesuche oder Vollzeitblöcke dazu, je nachdem, wie der Kurs organisiert ist.
Einwurf: Axel Fischer:
Und brauche ich als Hörakustik-Geschäftsinhaber zwingend einen Meistertitel?
Antwort: Florian Theurer:
Ja, das ist so. Im Gesundheitshandwerk, und dazu zählt die Hörakustik, ist die Meisterpräsenz weiterhin gesetzlich vorgeschrieben. Ohne geht es nicht.
Frage: Oliver Lukner:
Und was ist der schnellste Weg zum Meister? Gibt’s da eine Art „Abkürzung“?
Antwort: Florian Theurer:
Der klassische und zugleich schnellste Weg ist die dreijährige Ausbildung. Wer besonders lernstark ist, kann sie vielleicht sogar auf zweieinhalb Jahre verkürzen. Als Geselle, lässt sich dann im Anschluss auch gleich die Meisterprüfung dranhängen – das geht mittlerweile ohne zusätzliche Anwartschaftszeit, wie sie früher nötig war.

Warum der Beruf des Hörakustikers viel mehr ist als Technik und alte Menschen
Frage: Axel Fischer:
Wenn sich ein junger Mensch für einen Beruf entscheiden soll, wirkt die Hörakustik ja nicht unbedingt als Erstwahl. Oft fehlt da die Vorstellung, was das eigentlich bedeutet – es geht ja um ein Problem, das man vielleicht selbst noch gar nicht kennt. Was macht für dich die Faszination dieses Berufs aus?

Antwort: Florian Theurer:
Das ist wirklich eine schwierige Frage, weil das Berufsbild einfach nicht so präsent ist wie etwa ein Zimmermann oder ein Klempner – Berufe, die jeder kennt. Die Hörakustik ist weniger geläufig.
Wenn junge Menschen familiären Kontakt zu dem Thema haben – zum Beispiel, weil ein Eltern- oder Großelternteil ein Hörgerät trägt –, dann entsteht vielleicht ein erster Bezugspunkt.
Kommentar: Florian Theurer:
Früher war das Berufsfeld stark mit älteren Menschen verbunden. Als ich angefangen habe, hatte ich fast ausschließlich mit Senioren zu tun. Heute ist das ganz anders.
Ich betreue Patienten von wenigen Monaten alten Säuglingen über Teenager bis hin zu jungen Berufstätigen und Menschen mittleren Alters. Und die stellen ganz andere Anforderungen – ans Hören, an die Technik, an die Beratung. Gleichzeitig hat sich die Branche enorm entwickelt: Heute gibt es Hörsysteme, die wie smarte Wearables funktionieren. Das schafft eine viel höhere Akzeptanz – gerade bei jungen Menschen.
Nachwuchs finden – zwischen Messeauftritt und Realität
Kommentar: Florian Theurer:
Letztes Jahr waren wir auf der „Future for You“-Messe vertreten, aber ehrlich gesagt war ich etwas enttäuscht vom Zulauf junger Leute.
In diesem Jahr haben wir trotzdem noch einmal teilgenommen – vielleicht auch, weil wir einen etwas besseren Standplatz hatten.
Und siehe da: Es sind einige interessierte junge Frauen zu uns gekommen, die sich tatsächlich für das Berufsbild interessiert haben. Das war für uns extrem positiv.
Daraus haben sich Praktika ergeben – von Tagespraktika bis hin zu einer Auszubildenden, die sich sogar schon mitten in der Ausbildung befindet.
Warum der Beruf mehr bietet, als viele denken
Kommentar: Florian Theurer:
Das Berufsbild Hörakustiker ist eben nicht das, was man automatisch als „coolen Beruf“ auf dem Schirm hat. Aber wer einmal tiefer eintaucht, merkt schnell, wie vielseitig und spannend es ist.
Kommentar: Florian Theurer:
Empathie spielt natürlich eine große Rolle – viele in unserem Beruf haben ein ausgeprägtes Helfersyndrom. Aber das allein ist es nicht. Du hast wahnsinnig viel Abwechslung: Du arbeitest mit moderner Technik, du nutzt Software und PCs, du berätst Menschen, du führst sie, leitest sie, kümmerst dich um Gehörschutz. Es gibt so viele Facetten! Für mich persönlich ist es bis heute der Beruf, in dem ich aufgehe – trotz aller Herausforderungen, die ich erlebt habe.
Der Mix macht's: Menschen, Technik, Lebensqualität
Frage: Axel Fischer:
Also ist es diese Kombination aus Technik und dem Umgang mit Menschen, die für dich die Faszination ausmacht?
Antwort: Florian Theurer:
Ganz klar. Es ist die Technik, es ist der Umgang mit Menschen – und es ist das Helfen. Ich gebe Menschen damit ein Stück Lebensqualität zurück, und wenn es funktioniert, ist das ein unglaubliches Gefühl. Da steckt wahnsinnig viel Sinnhaftigkeit drin.
Frage: Oliver Lukner:
Aber war das von Anfang an so? Ich denke da ehrlich gesagt auch etwas klischeehaft: Wenn ich als junger Mensch in diesen Beruf einsteige, stelle ich mir vor, dass ich den ganzen Tag mit älteren Menschen zu tun habe. Ist das nicht fast schon pflege ähnlich?
Antwort: Florian Theurer:
Nein, auf gar keinen Fall. Natürlich ist es ein helfender Beruf, aber das ist kein Pflegeberuf. Es ist ein Beruf, der unglaublich vielseitig ist. Kein Tag ist wie der andere. Du hast zwar gewisse Routinen, aber durch die unterschiedlichen Menschen, die jeden Tag in dein Geschäft kommen, ist es immer wieder neu.
Kommentar: Florian Theurer:
Der eine Kunde kommt rein und sagt: „Ich brauche ein Hörgerät – machen wir das jetzt!“ Und der nächste steht zögerlich an der Tür, wird von der Familie „geschoben“ und will eigentlich gar nicht rein. Beides passiert – und es ist eine Kunst, beide abzuholen, zu führen und aufzuklären. Man muss erklären, wie wichtig Hören und Verstehen für das soziale Leben und die Kommunikation sind. Und diese Vielfalt im menschlichen Kontakt macht den Beruf so spannend – manchmal ist es leicht, manchmal auch herausfordernd.

Vom Vorurteil zum Wow-Effekt: Wie Technik Hörsysteme cool macht
Anmerkung: Oliver Lukner:
Ich merke gerade selbst, wie ich mit einer gewissen Vorstellung – oder eher Schublade – in dieses Gespräch gegangen bin. Aber was du schilderst, zeigt mir: Da steckt viel mehr dahinter. Vor allem auch technisch. Ich denke da zum Beispiel an AirPods – viele tragen sie wie selbstverständlich. Wenn Hörgeräte heute dieselben Features bieten, wird die Technik ja richtig attraktiv, oder?
Antwort: Florian Theurer:
Absolut. Die technische Entwicklung hat das gesamte Berufsfeld und auch das Kundenklientel verändert. Früher haben wir ausschließlich mit älteren Menschen gearbeitet – Altersschwerhörigkeit war das große Thema. Aber viele Menschen mit Problemen haben sich früher einfach nicht getraut. Hörgerät bedeutete: alt, abgestempelt. Diese Zeit ist heute vorbei. Vielleicht hängt sie noch in manchen Köpfen, aber sie ist nicht mehr Realität.
Kommentar: Florian Theurer:
Wir haben heute ganz andere technische Möglichkeiten. Seit Oktober letzten Jahres gibt es offiziell KI in Hörgeräten. Das ist ein echter Gamechanger. Damit öffnen sich völlig neue Wege: bessere Klanganpassung, automatische Umgebungsanalyse – und das ist erst der Anfang.
KI, smarte Konnektivität und eine neue Hör-Zukunft
Kommentar: Florian Theurer:
Der Markt wird sich definitiv weiterentwickeln. Es kommen neue Protokolle, wie zum Beispiel das „Auracast“-System, bei dem Informationen direkt ins Hörgerät gestreamt werden können. Stell dir vor: Du stehst am Bahnsteig, und die Durchsage landet direkt in deinem Hörgerät – klar, deutlich, ohne Störgeräusche. All das wird kommen.
Kommentar: Florian Theurer:
Das ist nicht nur technologische Zukunftsmusik – das ist greifbare Realität. Und damit wird das Hörgerät immer mehr zu einem Hightech-Wearable. Es verliert sein Stigma und wird zu einem smarten Alltagshelfer – ganz ähnlich wie eine Smartwatch oder eben AirPods. Und das begeistert nicht nur ältere Menschen, sondern zunehmend auch Jüngere.

Ausbildung, Meister und der erste große Karriereschritt

Frage: Oliver Lukner:
Wir waren vorhin schon beim Thema Lebenslauf. Ich würde da gern noch mal ansetzen: Du hast also deine Ausbildung gemacht – und dann den Meister direkt im Anschluss?
Antwort: Florian Theurer:
Genau, ich habe die Meisterausbildung gestartet – zunächst in Pforzheim. Kurz vor dem Abschluss habe ich aber meine Frau kennengelernt, in Karlsruhe. Und da habe ich gemerkt, dass ich raus will aus dem bisherigen Betrieb. Ich wollte neue Eindrücke sammeln.
Kommentar: Florian Theurer:
Da meine Frau als Beamtin an eine Schule in den Raum Reutlingen versetzt wurde, ergab sich eine neue Chance: Über Kontakte konnte ich dort eine neu eröffnete Filiale einer großen Kette übernehmen – noch vor Beendigung der Meisterprüfung. Ich habe die Prüfung dann parallel zur Arbeit fertig gemacht.
Vom Mittelstand zur Großkette: Ein Kulturschock mit Erkenntnissen
Kommentar: Florian Theurer:
Ich wurde damals als Betriebsleiter eingesetzt – mit Mentor, Einarbeitung und einem klaren Regelwerk. Das war ein starker Kontrast: Ich bin in einem mittelständischen, ortsgebundenen Handwerksbetrieb groß geworden und stand plötzlich in einer Kette, die über 500 Filialen im In- und Ausland hatte.
Frage: Axel Fischer:
Was war das für ein Unternehmen?
Antwort: Florian Theurer:
Das war die Firma Geers – die kennt man ja auch durch Thomas Gottschalk aus der Werbung. Und so bin ich dann da reingerutscht.
Frage: Axel Fischer:
Das heißt, du warst zuerst angestellt und wurdest dann schrittweise zum Filialleiter?
Antwort: Florian Theurer:
Genau. Ich wurde systematisch in das Filialkonzept eingearbeitet. Parallel dazu wurden meine Frau und ich Eltern – unsere erste Tochter kam 2002 zur Welt.
Wenn Werte nicht mehr passen: Warum ein Karriereschritt nicht alles ist

Kommentar: Florian Theurer:
Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass die Art zu arbeiten, die dahinterstehende Philosophie, einfach nicht zu meinen Werten passt. Das war mir wichtig. Ich habe mich dort nicht mehr wohlgefühlt.
Frage: Oliver Lukner:
Was war der größte Unterschied zwischen deiner Zeit im familiären Betrieb in Pforzheim und der Arbeit in der großen Kette?
Antwort: Florian Theurer:
Kurz gesagt: Es war unpersönlich. Ich habe mich als Mitarbeiter wie eine Nummer gefühlt. Die Strukturen und Anpassungen, die dort verlangt wurden, entsprachen einfach nicht meiner Vorstellung von Handwerk und persönlicher Kundenbeziehung.
Kommentar: Oliver Lukner:
Klar, Ketten und Filialisten haben natürlich ganz andere Konzepte – da treffen unterschiedliche Welten aufeinander.
Persönlicher Rückblick: Warum Masse nicht gleich Klasse ist
Anmerkung: Oliver Lukner:
Das System einer Kette setzt natürlich auf Skalierung, also eher auf Masse – das muss nicht schlecht sein, aber es ist sicher eine andere Philosophie. Was war für dich konkret der Unterschied zwischen der Arbeit im familiengeführten Betrieb und dem Filialsystem? Ging es da auch um den Faktor Zeit pro Kunde?
Antwort: Florian Theurer:
Ich sehe das heute natürlich mit einem ganz anderen Blick als damals. Heute weiß ich viel besser, wie ich mir eine gute Kundenberatung oder eine erfolgreiche Hörgeräteanpassung vorstelle. Dieses Wissen hatte ich damals noch nicht in dem Umfang. Aber eins war mir sofort klar: Ich habe mich dort nicht wohlgefühlt.
Kommentar: Florian Theurer:
In einem Familienbetrieb war ich besser aufgehoben – menschlich, aber auch fachlich. Natürlich braucht jedes Unternehmen klare Strukturen. Doch je größer ein Betrieb ist, desto weniger Raum bleibt für persönliche Entscheidungen. In der Kette war ich stark kontrolliert, vieles war festgelegt – auch bei der Produktauswahl. Ich konnte zum Beispiel nicht frei entscheiden, welches Hörgerät ich dem Kunden anbiete, weil wirtschaftliche Vorgaben das steuerten. Das war für mich ein Widerspruch zum Anspruch, individuell helfen zu wollen.
Kundenbindung: Warum persönliche Beziehungen im Handwerk zählen

Frage: Axel Fischer:
Mich interessiert besonders der Unterschied in der Kundenbindung. Ich stelle mir vor, dass man im Familienbetrieb eine deutlich engere, oft langjährige Beziehung zu den Kunden aufbaut. Wie hast du das erlebt?
Antwort: Florian Theurer:
Das ist ein ganz zentraler Punkt. Als selbständiger Unternehmer kannst du nicht einfach „wegrennen“. Du bist verantwortlich, du bist präsent – und wenn du ein gutes Team hast, das deine Werte mitträgt, entsteht Stabilität. Es gibt wenig Fluktuation, und die Kunden sehen über Jahre die gleichen Gesichter.
Kommentar: Florian Theurer:
Bei einer Kette ist das anders. Da kann es passieren, dass du plötzlich 100 Kilometer weiter einspringen musst, weil es an Personal fehlt. Das sorgt für Unruhe – und es ist einfach nicht die gleiche Konstanz. Der Kunde merkt das. Kontinuität ist für Vertrauen aber entscheidend.
Die Konsequenz: Eine neue Richtung nach dem Meistertitel
Frage: Oliver Lukner:
Du hattest also den Job als Filialleiter – und hast dich dann, aus all den genannten Gründen, nach etwas Neuem umgesehen?
Antwort: Florian Theurer:
Ganz genau. Ich wusste ziemlich schnell: Das ist kein Modell, das mich langfristig erfüllt. Ich habe in dieser Zeit meine Meisterprüfung abgeschlossen – wenn auch nicht direkt im ersten Anlauf.
Frage: Axel Fischer:
Gibt’s da eigentlich Noten?
Antwort: Florian Theurer:
Sagen wir so: Eine Eins war es nicht – ich musste tatsächlich eine zweite Runde drehen. Da war ein Bereich der Ausbildung, der an mir ziemlich vorbeigegangen ist. Aber daraus habe ich gelernt – das gehört einfach dazu.
Vom richtigen Kontakt zur richtigen Gelegenheit – wie Florian Theurer zu Bendel Hörsysteme kam

Kommentar: Florian Theurer:
Zu der Zeit, als meine Tochter geboren wurde, kam einiges zusammen. Mein Vater wurde damals schon lange vom selben Steuerberater betreut – ein Mann mit Kanzleien in Pforzheim und Stuttgart. Zufällig war dieser Steuerberater auch für die Firma Bendel Hörakustik, Optik und Uhren in Biberach zuständig. Er kannte mich, wusste über meine Entwicklung Bescheid und hatte immer ein Auge darauf, wie es mit „dem Sohn von Dieter Theurer“ beruflich weitergeht.
Kommentar: Florian Theurer:
Er bekam mit, dass ich mich in der Filialkette nicht wohlfühlte – und dass mein langfristiges Ziel immer eine leitende Position oder gar die Selbstständigkeit war. Genau zu dieser Zeit kam er auf uns zu mit dem Hinweis, dass bei einem seiner Mandanten eine Altersnachfolge ansteht. Man suche jemanden, der entweder die Leitung übernehmen oder perspektivisch sogar den Betrieb übernehmen könne.
Frage: Oliver Lukner:
Das klingt nach einer echten Chance. Wie hast du reagiert?
Antwort: Florian Theurer:
Die Entscheidung war eigentlich schnell klar: Das schauen wir uns an. Mein Vater hat mich damals begleitet, und so haben wir in Biberach Erich Fleisch kennengelernt – er war der Inhaber des damaligen Unternehmens Bendel Optik, Uhren und Hörakustik und hat alles unter einem Dach geführt.
Drei Sparten – eine Geschichte: Wie sich die Bendel-Familie aufteilte
Frage: Axel Fischer:
Ich als Biberacher kenne natürlich den Namen Bendel – aber es gibt da ja verschiedene Firmen unter dem gleichen Namen. War das früher alles eins?
Antwort: Florian Theurer:
Ja, früher war das ein einziger Betrieb mit drei Sparten: Hörakustik, Optik und Uhren/Schmuck – alles unter dem Dach von Erich Fleisch. Seit Oktober 2003 sind diese Geschäftsbereiche aber voneinander getrennt.
Frage: Axel Fischer:
Das heißt, du hast nicht das gesamte Unternehmen übernommen?
Antwort: Florian Theurer:
Nein, ich habe ausschließlich die Sparte Hörakustik übernommen. Natürlich musste das Unternehmen im Zuge der Übergabe auch umfirmiert werden – heute firmieren wir als Bendel Hörsysteme GmbH.
Kommentar: Florian Theurer:
Damals war es eine Einheit, aber intern schon nach Sparten gegliedert. Der Bruder von Erich Fleisch – Dieter Fleisch – hatte den Bereich Hörakustik ursprünglich aufgebaut. Eigentlich war vorgesehen, dass seine Tochter die Firma einmal übernimmt. Sie hatte den Beruf gelernt, ist aber später in die Industrie gewechselt. Soweit ich weiß, arbeitet sie heute gar nicht mehr in diesem Bereich.
Kommentar: Florian Theurer:
Und so kam es dann, dass ich – durch die Vermittlung des Steuerberaters und ein sehr gutes, persönliches Kennenlernen – letztlich derjenige wurde, der die Hörakustik-Sparte übernommen hat.

Vom Betriebsleiter zur Übernahme: Der Einstieg bei Bendel
Frage: Oliver Lukner:
Also ihr – du und deine Familie – habt euch das Ganze in Biberach angeschaut, mit Herrn Fleisch gesprochen, verhandelt und euch dann für den Schritt entschieden?
Antwort: Florian Theurer:
Genau. Herr Fleisch war es auch wichtig, dass ich zunächst als Betriebsleiter einsteige. Ich habe also erst einmal dort gearbeitet, um den Betrieb und die Abläufe kennenzulernen. Damals waren wir auf einer Ladenfläche von 37qm wo sich alles abgespielt hat, Anpassraum, Wartebereich, zwei Arbeitsplätze, Service Bereich - also, gut genutzte 37qm.
Kommentar: Florian Theurer:
Früher war Bendel deutlich größer – mit Filialen in Ravensburg, Ehingen und weiteren Standorten. Aber nach dem Tod von Dieter Fleisch – dem Gründer der Hörakustik-Sparte – schrumpfte das Unternehmen zusammen, weil man die Standorte nicht mehr alle personell abdecken konnte. Ganz genau kenne ich die interne Entwicklung nicht, deshalb will ich da nichts Falsches sagen. Fakt ist: Wir haben auf kleinem Raum begonnen – aber effizient und mit viel Potenzial.
Kommentar: Florian Theurer:
Schon nach wenigen Monaten – vielleicht ein Viertel- bis halbes Jahr – habe ich gespürt: Hier ist richtig viel machbar. Ich habe mich wohlgefühlt, die Chemie hat gestimmt. Und so habe ich dann die Option gezogen, die Firma zu übernehmen.
Der erste Standort: Mitten in Biberach, mitten im Leben
Frage: Axel Fischer:
Also 37 Quadratmeter – ein kompletter Hörakustikbetrieb?
Antwort: Florian Theurer:
Ja, mit allem drum und dran. Der Raum war top eingerichtet, ein sehr guter Schreiner hatte das vorher gemacht. Es war klein, aber absolut funktional.
Frage: Oliver Lukner:
Wo genau war das in Biberach?
Antwort: Florian Theurer:
In der Ehinger-Tor-Straße 1 – das ist heute die Fußpflege, gleich neben dem Schuhhaus Hepfer, vorne im Gässchen. Unser Bereich war im hinteren Teil. Da haben wir gestartet.

Pendeln, Wohnungssuche und Ankommen in Oberschwaben
Frage: Oliver Lukner:
Und ihr seid dann direkt mit der Familie nach Biberach gezogen?
Antwort: Florian Theurer:
Nicht sofort. Anfangs bin ich noch gependelt – Wohnraum in Biberach war damals schwer zu finden. Es war nicht leicht, passende Räumlichkeiten zu bekommen.
Kommentar: Florian Theurer:
Und dann war da natürlich auch noch der „Kulturschock“: Eine Berlinerin nach Oberschwaben zu bringen, war eine kleine Herausforderung. Aber das hat sich sehr gut entwickelt.
Einwurf: Axel Fischer:
Also wenn eine Berlinerin mit Reutlingen klarkommt, dann ist Biberach doch fast schon die Kür, oder?
Antwort: Florian Theurer (lacht):
Ja, absolut. Reutlingen war für uns auch schon ein Umbruch – wir kannten niemanden, mussten neue Kontakte aufbauen. Das war nicht einfach, vor allem, weil man dort nicht mit „Eingeborenen“ zusammenarbeitet, sondern auch viele Zugereiste im Team hatte. Das erschwert manchmal den Anschluss.
Kommentar: Florian Theurer:
Als wir dann nach Biberach kamen, war es natürlich anfangs ebenfalls nicht leicht. Wir hatten ein kleines Kind, suchten eine Kita, meine Frau hat noch gearbeitet – später dann auch wieder in Biberach selbst. Aber durch den familiären Kontakt zum Neffen von Herrn Fleisch bin ich dann immer mehr angekommen. Und heute kann ich sagen: Wir fühlen uns hier sehr, sehr wohl.
Biberach wird zur neuen Heimat
Frage: Oliver Lukner:
Also heute ist Biberach euer Lebensmittelpunkt?
Antwort: Florian Theurer:
Ja, wir sind hier zu Hause – mittlerweile seit 22 Jahren.
Frage: Axel Fischer:
Wann genau seid ihr hergezogen?
Antwort: Florian Theurer:
Ende 2002, Anfang 2003. Unsere Tochter kam am 23.12.2002 zur Welt, und dann haben wir uns langsam hierher orientiert. Zuvor bin ich noch von Reutlingen gependelt – jeden Tag morgens hin, abends zurück.
Einwurf: Oliver Lukner:
Das ist ’ne gute Stunde einfache Strecke, oder?
Antwort: Florian Theurer:
Ja, und vor allem zu Stoßzeiten war’s schon zäh. Aber es hat geklappt – wir waren dann froh, als das Kapitel Pendeln vorbei war. Und dann sind wir richtig hier angekommen.

Geschäftsmann wider Willen – aber mit Leidenschaft

Frage: Axel Fischer:
Ab 2003 warst du dann also nicht nur Hörakustiker, sondern auch Unternehmer. Ein Rollenwechsel, den man ja nicht in der Ausbildung lernt, oder?
Antwort: Florian Theurer:
Ganz genau. Man lernt den Beruf des Hörakustikers – aber nicht den des Geschäftsmanns. Das kommt dann on the job.
Frage: Oliver Lukner:
Also war das bei dir „Learning by Doing“?
Antwort: Florian Theurer:
In gewisser Weise ja. In der Meisterausbildung gibt es schon kaufmännische Themen – aber viele Dinge, die du als Unternehmer wirklich brauchst, kommen da gar nicht vor. Wie du ein Unternehmen führst, wie du mit Menschen umgehst, wie du Vertrauen aufbaust – das lernst du im Alltag.
Kommentar: Florian Theurer:
Ich hatte in Pforzheim nicht den besten Lehrmeister – fachlich gesehen. Aber was ich aus dieser Zeit mitgenommen habe, war: Wie man mit Menschen arbeitet, wie man ein Unternehmen aufbaut, wie man führt – das habe ich Schritt für Schritt selbst gelernt.
Frage: Oliver Lukner:
Und dann warst du also richtig in Biberach angekommen – mit Firma, Familie und sozialem Umfeld?
Antwort: Florian Theurer:
Genau. Über die Kinder, über verschiedene Kontakte ist man dann auch gesellschaftlich angekommen. Biberach hat da einen großen Vorteil: Es ist nicht zu groß, und die Netzwerke sind überschaubar – auf eine charmante, oberschwäbische Art.
Vom Tennisplatz in die Halle – der Weg zum Handball

Frage: Axel Fischer:
Ein weiterer Grund, warum wir heute hier sind, ist ja auch dein Engagement im Handball. Wie kam es dazu? Waren es deine Kinder, die den Sport für sich entdeckt haben? Oder wie kam der Kontakt zustande?
Antwort: Florian Theurer:
Der erste Berührungspunkt war tatsächlich über die Kinder. Ich selbst habe früher viel Tennis gespielt – das war bei uns in der Familie einfach „der“ Sport. Handball kannte ich zwar, aber in meiner Heimatregion spielte das keine große Rolle.
Kommentar: Florian Theurer:
Hier in Biberach ist das natürlich anders. Da war schnell klar: Wenn man hier einsteigt, dann ist Handball fast schon ein lokales Kulturgut. Und so sind wir da Stück für Stück reingewachsen.
Von Minis bis Mannschaft: Der erste Kontakt mit dem Handballsport
Frage: Oliver Lukner:
Ein Grund, warum wir heute hier sind, ist ja auch euer Bezug zum Handball. War das etwas, das über deine Kinder kam? Oder wie hat sich das bei euch entwickelt?
Antwort: Florian Theurer:
Ganz ehrlich? Ich kann heute gar nicht mehr genau sagen, wie der erste Kontakt zustande kam. Ich weiß nur noch: Der Arnie Postbiegel war damals Trainer bei den „Minis“. Das war dieses spielerische Heranführen an den Handball – einfach mit Spaß und Bewegung in der Gruppe.
Kommentar: Florian Theurer:
Es gab damals noch einen weiteren Trainer – der Name fällt mir gerade nicht mehr ein. Aber das war unser erster richtiger Berührungspunkt mit dem Handball. Unsere große Tochter Philine ist damals dabeigeblieben, und wir haben relativ schnell gemerkt, wie wertvoll dieser Sport ist – nicht nur körperlich, sondern auch sozial.
Kommentar: Florian Theurer:
Die Kinder, die Eltern – da entsteht mit der Zeit ein richtiges Team. Viele Freundschaften sind gar nicht über Schule oder Nachbarschaft entstanden, sondern durch den Sport. Man wächst als Mannschaft zusammen. Und ehrlich gesagt: Meine Frau Ireen war da die treibende Kraft. Sie ist Sportlehrerin, hat viel mit den Kindern gemacht und war immer offen, Neues auszuprobieren. Ich hab es natürlich mitgetragen, aber sie war der Impulsgeber.

Mehr als ein Hobby: Handball als Familienprojekt
Frage: Axel Fischer:
Also war Handball nicht der einzige Sport? Gab’s da noch andere Stationen?

Antwort: Florian Theurer:
Ja, absolut. Philine hat auch Tennis gespielt – das war in unserer Familie schon immer ein Thema. Ich selbst habe früher lange Tennis gespielt, habe das dann aber irgendwann aufgegeben. Ein bisschen Taekwondo war auch dabei. Heute mache ich eher so semiprofessionellen Sport: Joggen, ein bisschen fit halten neben dem Beruf – mehr ist leider nicht drin.
Frage: Oliver Lukner:
Hast du denn selbst Handball gespielt?
Antwort: Florian Theurer:
Nein, nie. Und ehrlich gesagt: Ich sitze heute oft am Spielfeldrand, schau zu und denke mir – was für ein geiler Sport! Es ist einfach ein unfassbar intensiver Mannschaftssport. Die hauen sich auf dem Feld fast gegenseitig um, klatschen ab, stehen wieder auf – und weiter geht’s. Dieser Zusammenhalt fasziniert mich total.
Drei Kinder – eine Leidenschaft: Handball im Hause Theurer
Kommentar: Florian Theurer:
Inzwischen spielen alle drei unserer Kinder Handball. Unsere Tochter Kira ist Torhüterin – aktuell in der B-Jugend, teilweise auch schon bei den A-Juniorinnen. Und unser Sohn Tom spielt in der C-Jugend auf dem Feld.
Einwurf: Axel Fischer:
Torhüter beim Handball – das setzt schon eine gewisse Furchtlosigkeit voraus, oder?
Antwort: Florian Theurer:
Absolut. Kira ist da wirklich taff. Sie ist furchtlos – und das ist bei dieser Position auch nötig. Da fliegt dir schon mal ein Ball mit voller Wucht ins Gesicht, und das tut richtig weh. Aber sie hat richtig Spaß daran entwickelt – und das merkt man ihr total an.
Kommentar: Florian Theurer:
Ich finde das großartig. Handball gibt unseren Kindern unglaublich viel – körperlich, mental, sozial. Es stärkt den Charakter, schafft Gemeinschaft und bringt Struktur. Und ich glaube, das tut nicht nur ihnen gut, sondern der ganzen Familie.

Große Momente – und harte Realitäten
Frage: Axel Fischer:
Gab es für dich persönlich besondere sportliche Momente, die dir ganz besonders in Erinnerung geblieben sind?

Antwort: Florian Theurer:
Ja, aber wahrscheinlich nicht in dem Sinn, wie man vielleicht zuerst denkt. Große sportliche Highlights sind für mich die Spiele meiner Kinder. Ich bin unglaublich gern bei den Spielen der ersten Manschaften Damen wie Herren vor allem, wenn sie hier in der Region spielen. Das ist für mich immer ein Highlight, weil man da in einer Gemeinschaft ist: Freunde, Bekannte, Menschen, die man nur über den Handball kennt. Da herrscht einfach eine besondere Atmosphäre – da fühle ich mich sehr wohl.
Kommentar: Florian Theurer:
Ein Moment, der mir besonders in Erinnerung geblieben ist – leider negativ – war, als meine älteste Tochter Philine mit einer rausgesprungenen Kniescheibe von mir vom Feld getragen wurde. Das war ein richtiger Schockmoment. In der Vorbereitung zu diesem Interview kam das direkt wieder hoch. Sie musste danach leider mit dem Handball aufhören. Eine harte Erfahrung – aber sie gehört eben auch zum Sport dazu.
Kommentar: Florian Theurer:
Handball ist ein körperlich intensiver Sport. Es kann immer etwas passieren, gerade bei Knieverletzungen spielt auch Veranlagung eine Rolle. Bei unserer Tochter war das leider der Fall.
Zwischen Ehrgeiz und Teamgeist: Was den Sport ausmacht
Frage: Axel Fischer:
Also geht es bei dir nicht um Titel, sondern eher um das gemeinsame Erleben?
Antwort: Florian Theurer:
Ja, der Titel ist nicht das Ziel, aber Ehrgeiz ist definitiv da – bei uns allen. Gerade die A-Mädels haben es jetzt wieder in die Oberliga geschafft. Das ist schon was. Und natürlich fiebern wir mit, unterstützen, fahren mit, motivieren. Gerade im pubertären Alter ist es nicht leicht, diesen Ehrgeiz aufrechtzuerhalten – das ist auch eine echte Herausforderung für Trainer wie den Florian.
Kommentar: Florian Theurer:
Unser Sohn Tom ist zusätzlich im Fördertraining aktiv, und wir schauen natürlich, dass er sich weiterentwickeln kann. Die Kinder sind beide im TG-Talentprogramm, also ist da auch Potenzial da. Und was bei Tom noch dazukommt: Er ist ein echtes Bewegungstalent – spielt nebenbei noch Fußball, Tennis und mehr. Aber Handball ist einfach das Zentrum – da entsteht der meiste Zusammenhalt. Die treffen sich auch in der Freizeit, es ist einfach großartig.

„Wir“ heißt: Familie, Verein, Gemeinschaft

Frage: Oliver Lukner:
Du hast vorhin immer wieder „wir“ gesagt – wir sind aufgestiegen, wir fiebern mit. Du sprichst also ganz bewusst nicht nur als Vater, sondern als Teil dieser Handball-Gemeinschaft?
Antwort: Florian Theurer:
Absolut. Ich sag ganz bewusst „wir“, weil auch die Familien Teil dieser Gemeinschaft sind. Die Eltern fahren zu den Spielen, unterstützen auf ihre Art – manche mehr, manche weniger, aber es ist immer ein gemeinsames Erleben. Man fiebert zusammen, man freut sich, man ärgert sich gemeinsam. Das verbindet.
Kommentar: Florian Theurer:
Durch den Sport entstehen echte Freundschaften – auch unter den Eltern. Man trifft sich nicht nur in der Halle, sondern auch privat. Und das macht für mich den Unterschied: Es ist mehr als nur ein Verein, es ist ein soziales Netz. Da stehen auch mal Eltern von ganz anderen Mannschaften mit auf der Tribüne, feuern an – das ist einfach dieser besondere Flair beim Handball in Biberach.
Unternehmer und Unterstützer – Sponsoring mit Herz
Frage: Axel Fischer:
Du bist ja mittlerweile auch Sponsor beim Handball in Biberach. War das eher eine Art Gönnertum, weil deine Kinder dort spielen – oder steckt da auch ein unternehmerischer Gedanke dahinter?
Frage: Axel Fischer:
Also du machst das Sponsoring mit deiner Firma unter anderem auch, weil du selbst mit dem Verein verbunden bist. Aber versprichst du dir als Unternehmer auch etwas davon?
Antwort: Florian Theurer:
Der erste Impuls war ganz klar: Ich wollte den Verein unterstützen. Mir gefällt die Sportart, und ich sehe, was sie den Kindern gibt – Teamgeist, Struktur, Spaß, Training. Das alles hat mich überzeugt. Ich glaube, damals kam das Gespräch mit Maurizio zustande, der mich angesprochen hat – und ich habe sofort gesagt: Klar, da bin ich dabei.
Kommentar: Florian Theurer:
Seitdem hat sich das Sponsoring Stück für Stück weiterentwickelt. Anfangs war es nur ein kleiner Beitrag, heute ist da mehr draus geworden – auch mit Plakatflächen oder Werbebannern. Ich bin beruflich stark eingebunden und kann nicht jedes Wochenende bei Spielen dabei sein. Dann ist das Sponsoring für mich auch eine Form der Unterstützung, wenn ich selbst mal nicht präsent sein kann. Meine Frau und ich teilen uns das, aber bei drei Kindern wird das logistisch auch mal aufwendig. Da ist es mir wichtig, auch anders etwas zurückzugeben.

Sponsoring als Gemeinschaftszeichen – und mit Wirkung
Kommentar: Florian Theurer:
Natürlich kennen uns viele in der Halle. Die Kinder sind seit Jahren dabei, und man ist mit vielen Familien eng vernetzt. Klar, dass man da auch wahrgenommen wird – das ist ein schöner Nebeneffekt. Aber das Sponsoring war nie als Werbeaktion geplant, sondern eher als Zeichen: Wir stehen dahinter.
Frage: Oliver Lukner:
Ich möchte trotzdem unterscheiden zwischen der Perspektive des Gönners – also des engagierten Vaters – und der des Unternehmers, der überlegt, wie sich Sponsoring sinnvoll mit dem Betrieb verbinden lässt. Wie siehst du das?
Wenn Hören zum Thema wird – Gehörschutz im Handball
Antwort: Florian Theurer:
Tatsächlich gibt es auch eine fachliche Verbindung. Wir sind ja auch im Bereich Gehörschutz tätig – und wer schon mal ein lebhaftes Handballspiel miterlebt hat, weiß, wie laut es dort werden kann. In der Ibot-Halle zum Beispiel ist der Geräuschpegel durch Fanclubs, Tröten und Hupen enorm gestiegen. Da ist das Thema Gehörschutz plötzlich sehr präsent – und das ist genau unser Fachgebiet.
Kommentar: Florian Theurer:
Es gibt also durchaus eine Brücke zwischen Beruf und Sponsoring. Zum Beispiel habe ich beim Heimspiel zufällig Gehörschutzprodukte im Firmenbus gehabt, und die Mitarbeiter in der Wilhelm-Leger-Halle haben sie dann auch genutzt – weil der Lärm so extrem war. Auch für die Zuschauer ist das ein echtes Thema.
Kommentar: Florian Theurer:
Das heißt: Auch wenn das Sponsoring ursprünglich rein aus ideellem Antrieb kam, entwickelt es inzwischen auch einen fachlichen Mehrwert. Es passt zum Sport – und zu meinem Beruf. Dieses Jahr werden wir in dem Bereich sicher wieder aktiv werden.

Zwischen Beruf, Verein und Familie: Eine runde Sache
Kommentar: Florian Theurer:
Am Ende verbindet mein Engagement als Sponsor beides: Das Herzblut für den Verein – und den fachlichen Blick meines Unternehmens. Ich sehe es als echte Win-Win-Situation. Ich gebe gerne etwas zurück, und wenn dabei noch Gehörschutz und Aufklärung eine Rolle spielen, passt es umso besser.
Bringt Sponsoring wirklich etwas?
Frage: Axel Fischer: Florian, stell dir vor, ein anderes Unternehmen aus der Region fragt dich: „Lohnt sich Sponsoring beim Handball Biberach? Bringt mir das als Unternehmen einen echten Mehrwert?“ Was würdest du darauf antworten?
Antwort: Florian Theurer: Ich kann das aus meiner eigenen Erfahrung sagen: Ich bin sehr früh als Sponsor eingestiegen, da war das alles noch ein bisschen kleiner. Aber die Handballabteilung der TG Biberach hat sich unglaublich entwickelt. Sie haben es geschafft, die Spieltage zu echten Events zu machen. Da gibt es Aktionstage, kreative Ideen, um mehr Leute in die Halle zu holen – und das funktioniert. Heute sind die Spiele sehr gut besucht, und als Sponsor bekommt man dadurch eine richtig gute Plattform.
Anmerkung: Florian Theurer: Man wird wahrgenommen – nicht nur durch das Logo, das irgendwo hängt, sondern auch persönlich. Viele Unternehmer sind selbst vor Ort, es entstehen Gespräche, Kontakte. Ganz locker kommt man ins Gespräch und kann sein Unternehmen dabei präsentieren. Das ist ein großer Pluspunkt, der über reine Sichtbarkeit hinausgeht.

Handball als soziales Miteinander – und die Rolle des Sponsors

Frage: Oliver Lukner: Es geht ja nicht nur um die erste Mannschaft. Die TG Biberach hat von den Bambinis bis hin zur ersten Mannschaft wirklich alle Altersklassen abgedeckt. Würdest du sagen, dass Sponsoring hier auch einen sozialen Aspekt hat?
Antwort: Florian Theurer: Absolut. Bei der TG Biberach steht nicht nur der Leistungsgedanke im Vordergrund, sondern vor allem das soziale Miteinander. Die Jugendarbeit ist enorm stark. Es gibt Trainer für alle Altersklassen, teilweise sogar mehrere Teams pro Altersstufe. Viele Sponsoren unterstützen das gezielt, weil sie genau diesen sozialen Beitrag fördern wollen.
Anmerkung: Florian Theurer: Hinzu kommt: Bei den großen Spieltagen, die oft schon mittags mit Jugendspielen beginnen, sind im Schnitt 400 bis 500 Zuschauer in der Halle. Das ist nicht nur ein sportliches Event, sondern ein Treffpunkt für die ganze Gemeinde. Kinder, Eltern, Fans – alle sind dabei. Es entsteht eine lebendige Atmosphäre, die auch für Sponsoren spannend ist, weil sie dort direkt in Kontakt mit der Community treten können.
Neue Möglichkeiten für Sponsoren – mehr als nur ein Logo
Frage: Axel Fischer: Auch unser heutiges Gespräch findet ja im Handball-Kontext statt und wird später auf der Website der TG Handballabteilung veröffentlicht. Das ist schon eine Art Sponsoring-Präsenz. Jetzt arbeiten die Verantwortlichen gerade daran, weitere Sponsoring-Formate zu entwickeln. Zum Beispiel, dass Sponsoren an Spieltagen mit einem Stand vor Ort sein können, sich vorstellen, Umfragen machen oder Aktionen anbieten. Es gibt auch den jährlichen Sponsoren-Tag, wo alle Unterstützer eingeladen werden – zum Netzwerken, Austauschen, manchmal auch zu geselligen Events. Was hältst du davon?
Antwort: Florian Theurer: Ich finde das sehr sinnvoll. Solche zusätzlichen Möglichkeiten geben Sponsoren noch mehr Präsenz. Es ist ja nicht nur ein Logo an der Wand, sondern die Chance, direkt mit den Menschen in Kontakt zu treten, das Unternehmen zu präsentieren und ein positives Image aufzubauen. Der Sponsoren-Tag ist ein schönes Beispiel dafür, wie man Beziehungen pflegt und Netzwerke stärkt.

Sponsoren-Events als Wertschätzung und Chance zum Netzwerken
Kommentar: Oliver Lukner: Florian, es gab ja bereits einige Sponsoren-Events, die sehr gesellig waren und gleichzeitig einen tollen Austausch ermöglicht haben. Ich finde, das zeigt auch eine gewisse Wertschätzung gegenüber den Sponsoren.
Antwort: Florian Theurer: Voll. Ich sehe das genauso. Diese Treffen sind nicht nur angenehm, sondern auch inhaltlich wertvoll. Es ist ein schöner Mix aus Geselligkeit und fachlichem Austausch. Und natürlich sind da fast ausschließlich Unternehmer, da ergeben sich ganz automatisch spannende Gespräche und Netzwerke.
Anmerkung: Florian Theurer: Ich finde, das ist ein echter Mehrwert für uns Sponsoren. Wenn solche Veranstaltungen angeboten werden und es die Zeit zulässt, bin ich immer gerne dabei.
Herz oder Kalkül? Die Motivation hinter Sponsoring
Frage: Axel Fischer: Wenn du das rückblickend betrachtest – war es am Anfang eher eine Herzensentscheidung zu sponsern? Und jetzt, wo es auch ums Geld geht, wie siehst du es heute: Muss sich Sponsoring rechnen oder ist es immer noch hauptsächlich Unterstützung aus Überzeugung?
Antwort: Florian Theurer: Am Anfang war es definitiv eine reine Herzensentscheidung. Heute ist es eine Mischung aus beidem. Als Unternehmen muss ich natürlich auch schauen, wie wir uns in der Region positionieren. Wo wollen wir gesehen werden? Wo passt unser Name hin? Und wo vielleicht nicht?
Anmerkung: Florian Theurer: Wir wägen sehr genau ab, welche Projekte wir unterstützen. Ich bin schließlich kein Großkonzern. Aber das, was wir uns aussuchen, sorgt dafür, dass wir präsent sind – hier ein bisschen, dort ein bisschen. Das ergibt ein Grundrauschen in der Region.

Weitere Sponsoring-Aktivitäten: Musik, Festivals und Herzblut
Frage: Oliver Lukner: Gibt es neben dem Handball noch andere Sponsoring-Projekte, die euch wichtig sind?
Antwort: Florian Theurer: Ja, wir unterstützen zum Beispiel sehr gerne die Christmassession von der Musikschule Tritonal – obwohl meine Tochter dort gar nicht mehr aktiv ist. Ich habe das Sponsoring nie unterbrochen. Musik ist einfach ein tolles Feld, und es geht auch immer um den Gehörschutz.
Anmerkung: Florian Theurer: Wir sind auch jedes Jahr beim Free Flow Festival dabei. Das wächst kontinuierlich und ist für die Region eine tolle Veranstaltung. Für uns passt es perfekt, weil wir dort neben dem Thema Gehörschutz auch andere Leistungen präsentieren können.
Anmerkung: Florian Theurer: Unterm Strich ist Sponsoring für uns immer beides: eine Herzenssache und eine wirtschaftliche Entscheidung. Ich muss die Ausgaben schließlich im Blick behalten und jedes Jahr neu abwägen, wo wir unterstützen können – und wo wir auch mal Nein sagen müssen.
Das Leben als Sponsor auf der Tribüne – Mitfiebern erlaubt?
Frage: Axel Fischer: Wenn du dann als Sponsor bei den Spielen bist – entwickelt man da manchmal sportlichen Ehrgeiz? Wünscht man sich vielleicht sogar, in die Entscheidungen eingreifen zu können?
Antwort: Florian Theurer: [lacht] Also ich muss ehrlich sagen: Nein, da halte ich mich komplett raus. Ich bin als Unterstützer da und vertraue den Leuten vor Ort. Aber klar, mitfiebern tue ich trotzdem – wie jeder andere Fan auch.

Mitfiebern auf der Tribüne – wenn der innere Bundestrainer rauskommt
Kommentar: Oliver Lukner: Florian, kommt bei dir auf der Tribüne manchmal auch der „innere Bundestrainer“ raus?
Antwort: Florian Theurer: [lacht] Ja, das kann schon mal passieren. Auch ein Wort Richtung Schiedsrichter fällt da hin und wieder. Gerade wenn die eigenen Kinder spielen oder die Damen- und Herrenmannschaften, die ich sehr gerne anschaue – da bin ich schon euphorisch dabei.
Anmerkung: Florian Theurer: Im Nachhinein denke ich manchmal: „Oh, vielleicht war ich da etwas zu laut.“ Aber mehr eingreifen als Zuschauer? Nein. Trainer sein – das halte ich für utopisch. Ich bin in dem Sport nicht groß geworden, was ich ehrlich gesagt ein bisschen schade finde. Ich glaube, Handball wäre bis heute ein Topsport für mich gewesen. Aber mit 47 fange ich wohl nicht mehr an.
Warum Sponsoring für die TG Biberach wichtig ist
Anmerkung: Axel Fischer: Vielleicht an dieser Stelle auch ein Wort zur Bedeutung von Sponsoring für die TG Biberach Handball. Um den Kindern und Jugendlichen eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu ermöglichen – sowohl sportlich als auch sozial – braucht es einfach finanzielle Mittel.
Anmerkung: Axel Fischer: Es geht nicht darum, sich von einem einzigen großen Geldgeber abhängig zu machen, sondern um eine breite Unterstützung durch die Region. Die TG Biberach macht hier im Vergleich zu anderen Vereinen wirklich sehr viel – für den sportlichen Erfolg und für das soziale Miteinander. Florian, vielen Dank an dich für dein familiäres und finanzielles Engagement. Vielleicht fühlt sich ja der ein oder andere Leser motiviert, die TG Biberach Handball ebenfalls zu unterstützen.
Visionen für die Zukunft – mehr Förderung für Torhüter?

Frage: Oliver Lukner: Hast du für dich eine Vision, wohin sich der Handball in Biberach entwickeln sollte? Gibt es Bereiche, bei denen du dir vorstellen könntest, gezielt zu unterstützen?
Antwort: Florian Theurer: Klar, ich habe ein Kind, das Torwart spielt – da liegt mein Fokus aktuell natürlich besonders auf diesem Thema. Torwarttraining ist gerade in den jüngeren Altersklassen oft etwas schwieriger. Viele Kinder wollen anfangs gar nicht ins Tor.
Anmerkung: Florian Theurer: Ich fände es großartig, wenn es dafür noch gezielteres Training gäbe. Natürlich ist das zunächst aus der Perspektive meines eigenen Kindes gedacht, weil ich sehe, dass da Potenzial ist. Aber ich denke, ich spreche auch für andere Eltern mit Torwartkindern.
Anmerkung: Florian Theurer: Inzwischen hat sich hier schon viel verbessert, es gibt tolle Trainer und auch erfahrene Torhüterinnen, die ihr Wissen weitergeben. Aber ich denke, eine noch frühere und spezifischere Förderung könnte dem Nachwuchs insgesamt helfen.
Früh fördern – warum Handball Nachwuchsarbeit Geld braucht
Kommentar: Florian Theurer: Ich finde es extrem wichtig, schon die jüngeren Altersstufen im Handball gezielt zu fördern. Das kostet natürlich Geld – und genau deshalb ist Sponsoring so essenziell. Dieses Interview hier ist übrigens auch ein gutes Format, um nach außen zu zeigen, wie großartig dieser Sport ist und was er alles leistet.
Anmerkung: Florian Theurer: Handball hat in den letzten Jahren deutlich an Popularität gewonnen. Gerade hier in Biberach passiert viel, um den Sport attraktiv zu machen – das sollte man stärker kommunizieren.
Das internationale Osterturnier – Handball auf höchstem Niveau in Biberach

Frage: Axel Fischer: Du hast gerade das „IBOT“ erwähnt. Nicht jeder Leser kennt das wahrscheinlich. Was genau ist das?
Antwort: Florian Theurer: Das IBOT ist das internationale Osterturnier hier in Biberach – eine richtig große Sache. Es läuft jedes Jahr von Karfreitag bis Ostermontag. Jugendmannschaften aus ganz Deutschland und sogar aus dem Ausland – aus Italien, Frankreich, der Schweiz – nehmen teil. Es ist toll organisiert und ein echtes Highlight im Kalender.
Anmerkung: Florian Theurer: Ich selbst unterstütze das Turnier seit Jahren. Am Ostersonntag bin ich immer als Hallenchef in der Malihalle im Einsatz. Seit wir hier dabei sind, gab’s bei uns kein klassisches Osterfest mehr – unser Ostern findet in der Halle statt.
Hat das IBOT überregionale Bedeutung?
Frage: Oliver Lukner: Wie würdest du die Bedeutung des IBOT einordnen? Hat es auch im deutschen Handballsport Relevanz?
Antwort: Florian Theurer: Ich würde sagen: ja, auf jeden Fall im Jugendbereich. Es waren schon große Namen hier – unter anderem die Füchse Berlin. Auch der damalige Nationaltrainer war schon mal zu Gast. Das zeigt, dass das Turnier auch überregional wahrgenommen wird. Es ist für viele Vereine eine wichtige Plattform, um sich zu messen.
Kommentar: Axel Fischer: Wer an Ostern durch Biberach läuft, sieht es sofort: Überall sind Gruppen junger Handballer unterwegs – manche ausgelassen, andere eher nachdenklich, je nach Turnierverlauf. Es ist ein tolles Bild für die Stadt.
Anmerkung: Florian Theurer: Absolut. Die schiere Anzahl der Teams ist beeindruckend. Ich glaube, jeder in Biberach hat das IBOT schon mal wahrgenommen – sei es in der Halle oder einfach beim Spaziergang durch die Stadt.

IBOT: Für die Kinder ein unvergessliches Erlebnis
Kommentar: Florian Theurer: Für die Kinder ist das IBOT ein absolutes Highlight. Es gibt eine richtige Arena-Atmosphäre, Fanclubs, viel Lärm und Euphorie – besonders bei den Endspielen. Solche Erlebnisse haben die Jugendlichen sonst nur, wenn sie bereits in der Bundesliga spielen.
Anmerkung: Florian Theurer: Und dann sind da noch die legendären Player Partys. Sie sind nicht nur ein Spaß für die Kids, sondern auch ein wichtiger Teil des Mannschaftsgefüges. Ich finde es großartig, dass so viele Ehrenamtliche mithelfen, damit das alles möglich wird.
Die Sponsorenbrille: Was könnte noch besser werden?
Frage: Axel Fischer: Florian, lass uns mal die „Sponsorenbrille“ aufsetzen: Was würdest du dir als Unternehmer wünschen, was die TG Handball Biberach noch zusätzlich anbieten könnte – rein aus Marketing-Sicht?
Antwort: Florian Theurer: Mir fällt spontan wieder das Thema Torwarttraining ein – aber das ist eher sportlich und weniger eine Marketingfrage.
Anmerkung: Florian Theurer: Was Sponsoring betrifft: Für mich ist das Ganze eine Herzensangelegenheit. Ich nutze es nicht vorrangig als Marketinginstrument. Es ist ein schönes Beiwerk, wenn das Unternehmen sichtbar wird und man mit anderen bekannten Firmen im selben Boot sitzt. Das fördert das Netzwerk, und das schätze ich sehr.
Erwartungshaltung als Sponsor – Gönner oder Markenstrategie?

Frage: Oliver Lukner: Und wie sieht deine Erwartungshaltung konkret aus – rein aus Unternehmensperspektive?
Antwort: Florian Theurer: Ehrlich gesagt habe ich persönlich keine hohen Erwartungen. Ich unterstütze den Verein gerne, weil ich es für wichtig halte. Aber ich kann mir vorstellen, dass andere Unternehmer stärker auf den Marketingaspekt schauen und sich einen höheren Gegenwert wünschen.
Anmerkung: Florian Theurer: Eine Sache, die ich gut finde, sind die Sponsoren-Veranstaltungen. Sie bieten die Möglichkeit, dass sich die Sponsoren untereinander austauschen und Netzwerke entstehen. Das ist ein echter Mehrwert, der über die reine Sichtbarkeit hinausgeht.
Sponsoring lebt von Gemeinschaft und guter Kommunikation
Anmerkung: Florian Theurer: Durch die Gemeinschaft der Sponsoren entsteht auch Lust, sich mehr zu beteiligen – sei es am Spielbetrieb, an der Organisation oder einfach, indem man zuhört und Ideen einbringt. Zum Beispiel wie bei meiner Idee eines gezielten Torwarttrainings. Davon würden nicht nur mein eigenes Kind, sondern auch viele andere Kinder profitieren.
Anmerkung: Florian Theurer: Aber darüber hinaus habe ich persönlich keine großen Erwartungen an das Sponsoring. Für mich zählt in erster Linie das Miteinander und das Gefühl der Zugehörigkeit.
Was macht gutes Sponsoring aus?

Frage: Axel Fischer: Was würdest du sagen, Florian – was macht gutes Sponsoring aus? Was sorgt dafür, dass es sich für beide Seiten positiv darstellt?
Antwort: Florian Theurer: Ein guter Ansprechpartner ist für mich essenziell. Das macht den Unterschied. Bei der TG Handball war bisher mein Kontakt hauptsächlich Maurizio Reinhold, und das lief immer auf einer sehr angenehmen Ebene.
Anmerkung: Oliver Lukner: Und aktuell hast du mehr Kontakt zu Axel, richtig?
Antwort: Florian Theurer: Genau. Aber ich denke, es fehlt noch etwas an Kontinuität. Wenn man Sponsoren gewinnen und langfristig binden will – vor allem solche, die kein eigenes Kind im Verein haben –, sollte man die Attraktivität des Engagements noch stärker hervorheben. Bei mir spielt natürlich die familiäre Bindung eine große Rolle.
Gönner oder Sponsor – wo liegt der Unterschied?
Frage: Oliver Lukner: Du hast gerade einen spannenden Punkt angesprochen: die Unterscheidung zwischen Gönner und Sponsor. Wie siehst du das?
Antwort: Florian Theurer: Viele, die als Sponsoren gelten, sind in Wahrheit eher Gönner. Sie geben, weil sie den Verein und das Umfeld unterstützen möchten. Rein aus einer wirtschaftlichen Marketing-Betrachtung zählt natürlich Sichtbarkeit: bei Heimspielen der ersten Mannschaft, beim Ibot oder generell bei Veranstaltungen, die Menschen anziehen.
Anmerkung: Florian Theurer: Ein eingetragener Verein ist per Definition keine gewinnorientierte Unternehmung. Er finanziert eine Idee – und diese Idee ist bei der TG Biberach eine sehr gute. Es geht nicht nur um sportlichen Erfolg, sondern um Breite, um soziales Engagement und ein starkes Gemeinschaftsgefühl.
Professionalität im Sponsoring – ein Prozess auf dem Weg

Anmerkung: Axel Fischer: In den letzten Jahren hat sich im Bereich Sponsoring schon einiges professionalisiert. Aber wir sind noch ein gutes Stück von dem entfernt, was ich als wirklich professionell bezeichnen würde. Es ist ein klassisches Henne-Ei-Problem: Mit mehr Sponsorenflächen könnten wir mehr Geld generieren, und damit könnten wir nicht nur Trainer finanzieren, sondern auch administrative Strukturen aufbauen.
Anmerkung: Axel Fischer: Dazu gehört etwa, den Sponsorentag auszubauen oder die Kontakte zu Sponsoren zuverlässiger zu pflegen. Das ist ein Prozess, der Zeit braucht. Aber das heutige Gespräch hier ist ein erster Schritt in diese Richtung.
Unternehmerischer Werdegang – Blick hinter die Kulissen
Frage: Axel Fischer: Florian, lass uns jetzt noch einmal zurück zu dir und deinem Unternehmen gehen. Das war ja auch die Idee dieses Interviews: ein Blick hinter die Kulissen. Was macht dich und dein Unternehmen besonders – vielleicht auch anders als viele andere in der Branche?
Antwort: Florian Theurer: Ich bezeichne uns selbst oft als „Kanarienvogel“ der Branche. Vor 13 oder 14 Jahren haben wir intensiv darüber nachgedacht, wie eine optimale Hörgeräteversorgung aussehen muss. Uns ging es darum, Menschen zu motivieren, ihre Geräte wirklich zu nutzen – statt sie in der Schublade verschwinden zu lassen.
Anmerkung: Florian Theurer: Leider ist das bis heute ein Problem: In Deutschland landen je nach Statistik 40 bis 70 % der gekauften Hörgeräte ungenutzt in der Schublade. Viele Menschen sagen: „Das Gerät war teuer, aber es ist mir im Alltag zu laut“ oder „Am Stammtisch stecke ich es lieber in die Hosentasche“.

Warum landen Hörgeräte in der Schublade?

Antwort: Florian Theurer: Bei deiner Mutter – ich kenne sie natürlich nicht – könnte es verschiedene Gründe geben. Aber die Geschichten sind mir alle vertraut. Das Problem beginnt oft bei der Einstellung und der Anpassung. Viele Geräte werden nicht individuell auf die Hörsituation der Menschen abgestimmt. Dann erleben sie Überforderung im Alltag: Alles ist zu laut, Telefonate funktionieren nicht, und irgendwann bleibt das Gerät in der Schublade.
Antwort: Florian Theurer: Im Fall deiner Mutter weiß ich natürlich nicht, was für ein Gerät sie trägt. Aber unabhängig davon ist oft die entscheidende Frage: Wie ist das Gerät eingestellt? Und wurde es richtig erklärt?
Anmerkung: Florian Theurer: Wenn das Gerät im Ohr sitzt – ein sogenanntes Im-Ohr-Gerät –, sollte Telefonieren eigentlich problemlos funktionieren. Sitzt das Gerät hingegen hinter dem Ohr, ist ein maßgefertigtes Ohrpassstück notwendig, das wie ein Kopfhörer den Schall ins Ohr leitet. In diesem Fall muss der Telefonhörer über die Ohrmuschel gehalten werden, sodass die Mikrofone des Geräts den Ton aufnehmen können. Das weiß aber kaum jemand – und leider wird es auch selten erklärt.
Hightech statt Schublade – moderne Hörgeräte können mehr
Anmerkung: Florian Theurer: Hörgeräte sind heute High-End-Computer. Mit moderner Technik können sie sich per Bluetooth mit dem Smartphone verbinden, sodass Telefonate direkt in beide Ohren gestreamt werden – ähnlich wie bei Apple AirPods. Viele unserer Kunden sind überwältigt, wenn sie merken: „Ich kann freihändig telefonieren, selbst wenn das Handy zehn Meter entfernt liegt.“
Anmerkung: Florian Theurer: Aber damit das funktioniert, braucht es zwei Dinge: Erstens ein richtig eingestelltes Gerät. Zweitens eine gute Schulung des Trägers. Genau da trennt sich meiner Meinung nach die Spreu vom Weizen – und das war schon vor 13, 14 Jahren einer unserer Ansatzpunkte, als wir begonnen haben, anders zu arbeiten.

Fernsehen mit Hörgerät – keine Kopfhörer-Duelle mehr
Kommentar: Oliver Lukner: Es geht ja nicht nur ums Telefonieren. Bei meiner Mutter war auch Fernsehen ein Problem. Früher hat mein Vater mit Kopfhörern geschaut und meine Mutter hat den Fernseher auf maximale Lautstärke gedreht – das war manchmal eine lustige Situation. Aber das geht heute doch viel eleganter, oder?
Antwort: Florian Theurer: Absolut. Moderne Hörgeräte können direkt mit dem Fernseher gekoppelt werden – über einen sogenannten TV-Connector. Der Ton wird dann direkt ins Hörgerät übertragen, individuell angepasst an den Hörverlust. Das ist die optimalste Lösung und ein riesiger Komfortgewinn.
Anmerkung: Florian Theurer: Mit einem gut eingestellten Hörgerät kann man wieder ganz normal mit der Familie fernsehen – ohne Streit um die Lautstärke oder Kopfhörer-Duelle.
Schulung der Kunden – der Schlüssel zum Erfolg
Kommentar: Oliver Lukner: Ich möchte später unbedingt noch auf das Thema „Einstellung“ und die Schulung der Kunden eingehen. Das scheint mir ein ganz zentraler Punkt zu sein.
Frage: Oliver Lukner: Ist es eigentlich auch eine Preisfrage? Oder kann man sagen: Ein günstiges Gerät mit guter Beratung ist oft besser als ein teures Gerät mit schlechter Beratung und Einstellung?
Antwort: Florian Theurer: Definitiv ja. Schlechte Ware mit schlechter Beratung und Einstellung wird nie ein gutes Ergebnis liefern. Aber ein gutes Grundbedürfnis – Hören und Verstehen – muss auch mit einem zuzahlungsfreien Hörgerät gewährleistet sein. Das ist die Basisversorgung, die von der Krankenkasse voll bezuschusst wird.
Anmerkung: Florian Theurer: Ob ein Basisgerät oder ein High-End-Gerät: Wenn beides optimal eingestellt ist, müssen im Messraum die gleichen Ergebnisse erzielt werden. Die richtige Einstellung ist der Schlüssel – aber die muss man zuerst definieren und dann konsequent umsetzen.

Beratung und Einstellung – was ist bei der Kassenleistung inklusive?

Frage: Axel Fischer: Wenn ich als Kunde zu euch komme und ein Kassengerät wähle, ist dann die Beratung und die optimale Einstellung inklusive? Oder kostet das extra?
Antwort: Florian Theurer: Nein, die Beratung ist selbstverständlich enthalten. Auch die bestmögliche Einstellung im Rahmen dessen, was die Technik hergibt, ist inklusive. Das Grundbedürfnis – gutes Hören und Verstehen – muss mit einem Nulltarifgerät erfüllt sein.
Anmerkung: Florian Theurer: Es gibt Geräte zum Nulltarif, bei denen alles enthalten ist. Aber klar: mit höherwertigen Hörgeräten bekommt man mehr Möglichkeiten in Sachen Bedienkomfort und Hörkomfort. Je höherwertiger diese werden, um so mehr Klangkomfort und man kommt dem natürlichen Klangbild immer nähe.
Premiumbetrieb mit Herz – individuelle Lösungen für alle
Kommentar: Oliver Lukner: Mir ist wichtig festzuhalten: Ihr seid kein Premiumanbieter, der nur sagt „kostet halt mehr“. Sondern euch geht es in erster Linie darum, das Grundbedürfnis Hören für jeden Kunden bestmöglich zu erfüllen.
Antwort: Florian Theurer: Genau. Wir sind natürlich ein Premiumbetrieb, aber wir versuchen für jeden Kunden – egal mit welchem Budget – die bestmögliche Lösung zu finden. Dazu gehört, die Hör- und Lebenssituation des Kunden zu verstehen: Welche Erwartungen hat er? Wie sieht sein Alltag aus? Das klären wir alles, bevor überhaupt über Preise gesprochen wird.
Anmerkung: Florian Theurer: Viele kommen mit einer Verordnung vom HNO-Arzt und wissen gar nicht, was auf sie zukommt. Deshalb legen wir größten Wert auf Aufklärung und Beratung. Die wenigsten Menschen wissen, wie Hören eigentlich funktioniert und was nötig ist, um eine Hörversorgung zu bekommen, die ihnen wirklich einen Mehrwert bietet.

Ein eigenes Anpassverfahren für maximale Kundenzufriedenheit
Anmerkung: Florian Theurer: Um diesen Mehrwert sicherzustellen, haben wir unser eigenes Anpassverfahren entwickelt. Das ermöglicht es uns, die Hörgeräteanpassung noch individueller und effektiver zu gestalten. Danach schauen wir, in welchem Budgetrahmen wir uns bewegen können. Das spielt natürlich eine Rolle – aber die Technik muss immer zum Bedarf des Kunden passen.
Kommentar: Oliver Lukner: Ich finde das sehr spannend, was du sagst. Mir geht’s da wie vielen anderen: Kaum jemand weiß, wie viel mehr eigentlich möglich ist.
Aufklärung und Erwartungen – warum viele nicht wissen, was möglich ist
Kommentar: Oliver Lukner: Ich finde das spannend. Wenn ich als Kunde zu dir komme und du holst 30 % mehr raus, ich es aber nicht weiß, akzeptiere ich, was du mir sagst. Ich habe ja keinen Vergleich, gehe nicht zu fünf Akustikern und mache Tests. Bei einer Brille ist das anders – da sehe ich sofort, ob ich scharf sehe oder nicht. Beim Hören fehlt vielen das Bewusstsein für das Potenzial.
Antwort: Florian Theurer: Genau. Eigentlich müsste schon zu Beginn eine Aufklärung stattfinden: Wie funktioniert Hören überhaupt? Und welche Einstellung braucht es – nicht nur am Hörgerät, sondern auch im Kopf des Trägers?

Vom Horngestell zum Hightech-System – was sich verändert hat
Kommentar: Axel Fischer: Viele haben noch das Bild vom Opa im Kopf, der mit einem massiven Hörgerät und einem dicken Schlauch im Ohr herumläuft. Ich erinnere mich, dass ich meinen Opa immer schon gehört habe, bevor ich ihn gesehen habe – sein Gerät hat gepfiffen. Und er hat ständig an einem kleinen Rädchen gedreht, um es einzustellen.
Antwort: Florian Theurer: [lacht] Das nennt man ein Potentiometer – und ja, das waren andere Zeiten. Heute sind die Bauformen deutlich moderner und viel attraktiver. Und vor allem: Das Rückkopplungspfeifen von früher gibt es bei gut angepassten Geräten nicht mehr. Wenn ein Hörsystem pfeift, stimmt etwas nicht – entweder sitzt es nicht korrekt, oder das Maßstück ist nicht mehr passend, weil z. B. das Ohr sich verändert hat, viele wissen nämlich nicht, dass das Ohr immer weiter wächst und somit passen die Maßstücke irgendwann nicht mehr und es kommt zu diesem Pfeifen, da die Abdichtung nicht mehr gegeben ist. Bei manchen Menschen muss man daher schon nach einem Jahr wieder neue maßgefertigten Ohrstücke machen.
Hörsysteme statt Hörgeräte – ein kleiner Computer fürs Ohr
Frage: Oliver Lukner: Jedes Hörgerät hat heute also tatsächlich einen Computerchip drin? Das macht mehr als nur lauter, oder?
Antwort: Florian Theurer: Absolut. Wir sprechen daher auch von Hörsystemen, weil es im Prinzip ein kleiner Computer ist. Er rechnet permanent, analysiert die Umgebung und passt die Verstärkung frequenzspezifisch an – ähnlich wie ein Equalizer in der Musik. So werden Frequenzbereiche gezielt angehoben, in denen ein Hörverlust besteht.
Anmerkung: Florian Theurer: Die meisten Hörverluste betreffen die hohen Frequenzen – typisch bei Altersschwerhörigkeit oder Lärmschäden. Tief- und Mitteltonbereiche sind oft noch gut. Mit modernen Hörsystemen können wir gezielt diese hohen Frequenzen verstärken und so das Sprachverstehen massiv verbessern.

Hörgeräte im Alltag – warum sie oft nicht genutzt werden
Frage: Axel Fischer: Man hört ja oft, dass Leute ihr Hörgerät gar nicht einsetzen. Zum Beispiel beim Treffen mit Freunden im Biergarten oder Café – gerade da könnte man doch Vorteile erwarten. Warum ist das so? Wo liegt das Problem?
Antwort: Florian Theurer: Das sind viele Faktoren, da müssten wir weit ausholen. Aber ein ganz großer Punkt ist die Aufklärung. Der Mensch muss verstehen, warum er ein Hörgerät trägt und wie Hören überhaupt funktioniert.
Anmerkung: Florian Theurer: Die richtige Einstellung des Hörsystems ist die Grundvoraussetzung – aber wir müssen es auch so anpassen, dass der Kunde es im Alltag gerne trägt. Das ist ein sensibler Prozess.
Das Hörzentrum vergisst – warum Hörverlust mehr ist als ein technisches Problem
Anmerkung: Florian Theurer: Menschen haben kein akustisches Gedächtnis. Ich vergleiche das oft mit einem Gehörschutz: Wenn man ihn den ganzen Tag trägt und abends abnimmt, sind die Umgebungsgeräusche plötzlich unangenehm laut. Das Gehirn hat sich entwöhnt.
Anmerkung: Florian Theurer: Ähnlich ist es bei Hörverlust. Er entsteht schleichend über viele Jahre – manchmal Jahrzehnte. Und dann trauen sich viele nicht, ein Hörgerät zu tragen, weil sie denken: „Ich bin doch nicht alt.“ Wenn man dann plötzlich einen 100%igen Ausgleich herstellt, ist das für viele Menschen unerträglich. Sie sagen: „So laut war es doch früher nie.“

Aufklärung als Schlüssel – was viele Kunden nie erfahren

Anmerkung: Florian Theurer: Wir erklären unseren Kunden ganz offen: Selbst wenn wir die optimale Einstellung erreicht haben, werden sie die Welt immer noch nicht so laut hören wie ein gesundhörender Mensch. Das überrascht viele – oft hören wir: „Das hat uns noch niemand gesagt.“
Anmerkung: Florian Theurer: Deshalb legen wir großen Wert auf Aufklärung. Wir erklären, wie das Hören funktioniert: von der Ohrmuschel über den Gehörgang, das Trommelfell und die Gehörknöchelchen bis zur Cochlea, der Schnecke im Innenohr. Dort wird die enthaltene Flüssigkeit durch die Bewegung des Steigbügels frequenzspezifisch in Wellenbewegungen gebracht und die Haarsinneszellen in Bewegung versetzt. Durch die Bewegung der Haarsinneszellen werden elektrische Impulse erzeugt und diese, über den Hörnerv ans Hörzentrum des Gehirns weitergeleitet.
Das plastische Gehirn – warum schnelles Handeln wichtig ist
Anmerkung: Florian Theurer: Das Hörzentrum im Gehirn ist plastisch. Wenn es über Jahre keine Signale mehr bekommt, baut es sich zurück. Und genau das ist einer der größten Faktoren, die viele nicht bedenken – weder Kunden noch manche Kollegen in der Branche.
Frage: Oliver Lukner: Was meinst du damit: „Es kümmert sich keiner drum“?
Anmerkung: Florian Theurer: Viele Hörgeräte werden nach der Methode angepasst: Voreinstellungen der Industrie, den Kunden fragen „Ist es zu laut?“, dann ein bisschen leiser machen, eine Woche testen, wieder anpassen – bis der Kunde irgendwann sagt: „Jetzt ist es erträglich.“
Anmerkung: Florian Theurer: Das klingt erstmal nach Erfolg, führt aber genau dazu, dass das Gerät später wieder herausgenommen wird. Denn wenn es zu leise ist, kann das Hörsystem die Sprache im Stimmengewirr nicht mehr herausfiltern. Der Mehrwert fehlt.
Den Hörprozess verstehen – warum wir anders arbeiten

Anmerkung: Florian Theurer: Bevor wir überhaupt mit einer Hörgerätetestung beginnen, müssen wir dem Kunden den Hörprozess erklären. Hören ist ein komplexer Vorgang – und das Gehirn muss lernen, wieder mit der neuen Lautstärke umzugehen. Wir nennen das „Rehabilitation des Hörzentrums“.
Anmerkung: Florian Theurer: Das Gehirn ist plastisch. Bei schleichendem Hörverlust baut es Fähigkeiten in anderen Bereichen auf, z. B. Lippenlesen oder erhöhte Konzentration. Wenn dann plötzlich wieder Schallsignale ankommen, stößt das verlernte Hörzentrum an seine Grenzen. Das Resultat: Der Kunde empfindet die neuen Geräusche als unangenehm und nimmt das Gerät heraus.
Hörgeräte im Alltag – warum Menschen sie trotzdem nicht tragen?
Anmerkung: Florian Theurer: Genau diese Situationen kennen wir: Ein Kunde kommt und sagt: „Herr Theurer, ich verstehe alles super. Aber wenn ich im Schützenverein oder auf dem Geburtstag bin, nehme ich das Hörgerät raus – das machen doch alle so.“
Anmerkung: Florian Theurer: Vor 13, 14 Jahren haben wir im Team gesagt: „Das kann nicht sein!“ Wir haben Computer am Ohr, mit Störgeräuschunterdrückung, Richtmikrofonen, inzwischen sogar KI. Diese Technik kann so viel – und trotzdem wird sie nicht genutzt.
Anmerkung: Florian Theurer: Hörgeräte können heute Sprache erkennen, Hintergrundgeräusche ausblenden, und Mikrofone richten sich automatisch auf die sprechende Person aus. Aber das allein reicht nicht. Wenn das Gehirn nicht mitzieht, wird selbst das beste Gerät in der Schublade landen. Und genau deshalb setzen wir auf ein Konzept, das Technik und Mensch zusammenbringt.
Hörgeräteversorgung von der Stange – warum das oft nicht reicht!
Anmerkung: Florian Theurer: Die Industrie hat natürlich riesige Erfahrung. Sie macht Voreinstellungen basierend auf Millionen Rückmeldungen. Diese sollen eine schnelle Spontanakzeptanz ermöglichen – der Kunde soll sich wohlfühlen, die Versorgung als ausreichend empfinden und letztlich den Kauf abschließen.
Anmerkung: Florian Theurer: Das funktioniert – für den Moment. Aber wir sehen immer wieder: Nach ein bis eineinhalb Jahren landen viele Geräte in der Schublade. Warum? Weil sie in entscheidenden Situationen – beim Treffen, im Café, auf Geburtstagen – herausgenommen werden.
Hörverarbeitung im Gehirn – der vergessene Faktor
Anmerkung: Florian Theurer: Niemand kümmert sich wirklich um die Hörverarbeitung im Gehirn. Wir haben uns deshalb schon vor Jahren auf den Weg gemacht, um eine Lösung zu finden, die nicht nur auf Technik setzt, sondern auch das Hörzentrum wieder trainiert.
Frage: Oliver Lukner: Wenn ich dich richtig verstehe, Florian, dann macht die Industrie ja keine schlechte Arbeit. Sie nutzt Daten und Erfahrung für Voreinstellungen, berücksichtigt den individuellen Hörverlust – aber sie bleibt an einem Punkt stehen?
Antwort: Florian Theurer: Genau. Es ist nicht böse gemeint, es ist eine Frage des Systems. Filialisten müssen wirtschaftlich arbeiten. Masse statt Klasse ist oft das Motto. Sie erreichen mit den Standard-Einstellungen Werte, die HNO-Ärzte und Krankenkassen prüfen – aber sie schöpfen das Potenzial der Technik nicht aus und vor allem auch nicht das Potenzial des Menschen und seines Hörzentrums.
Zwischen Industrie und Manufaktur – der Unterschied

Anmerkung: Florian Theurer: Alle Akustiker lernen das Gleiche in der Berufsschule. Dort wird alles vermittelt, was nötig ist, um eine optimale Versorgung zu machen. Aber nur wenige setzen dieses Wissen wirklich um.
Anmerkung: Florian Theurer: In der Praxis läuft es oft so: Der gemessene Hörverlust wird in die Software geladen, diese spuckt eine Einstellung aus, der Kunde empfindet das als ausreichend – und der Kauf ist abgeschlossen. Aber das bedeutet nicht, dass der Kunde wieder so hört, wie er es einmal konnte.
Das Ziel: Tragen im Alltag – ohne Schublade
Kommentar: Oliver Lukner: Am Ende geht es doch darum, dass der Kunde sein Hörgerät in allen Situationen trägt: beim Telefonieren, Fernsehen, im Café. Nur so kann es seinen vollen Nutzen entfalten.
Antwort: Florian Theurer: Genau. Die Grundvoraussetzung ist, dass das Gerät von morgens bis abends getragen wird – auch im stillen Kämmerchen. Denn Hören findet 24 Stunden am Tag statt. Wenn ein Gerät nur sporadisch genutzt wird, kann es seine Arbeit nicht tun – das Gehirn wird nie die Chance haben, sich neu zu trainieren und zu gewöhnen, also Normalität herstellen.
10 Stunden pro Tag – die Regel für erfolgreiches Hören
Anmerkung: Florian Theurer: Trägt man das Hörgerät nicht regelmäßig – auch zuhause beim Staubsaugen –, vergisst man es irgendwann. Setzt man es dann nur ein, wenn man „es braucht“, z. B. auf einem Geburtstag, wirkt die Lautstärke plötzlich unangenehm. Der Grund: Das Gehirn hat kein akustisches Gedächtnis.
Anmerkung: Florian Theurer: Wir wissen aus der Wissenschaft: Die Basis ist, das Hörgerät mindestens 10 Stunden pro Tag zu tragen. Am besten wird es morgens mit der Brille aufgesetzt und abends beim Zubettgehen abgenommen. So kann sich das Hörzentrum wieder an die akustische Welt gewöhnen.
Quick Wins der Industrie – reicht das wirklich?
Frage: Axel Fischer: Also wenn ich ein teures Gerät kaufe, bekomme ich oft eine schnelle Erfolgserfahrung. Das gefällt mir, ich gebe es nicht zurück – aber das allein reicht nicht, oder?
Antwort: Florian Theurer: Genau. Ein gutes Gerät ist nur ein Teil der Lösung. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Gerät, individueller Einstellung und Schulung des Kunden. Die Voreinstellungen der Industrie sind auf schnellen Hörkomfort ausgerichtet, nicht auf ein natürliches Hörbild.
Gute Einstellung schlägt teures Gerät

Frage: Oliver Lukner: Florian, heißt das im Umkehrschluss, ein günstiges Gerät mit perfekter Einstellung kann besser sein als ein High-End-Gerät mit Standardkonfiguration?
Antwort: Florian Theurer: Absolut. Ein einfacheres Gerät, das sehr gut eingestellt ist, kann teilweise bessere Ergebnisse liefern als das teuerste Hörgerät mit einer Standard-Voreinstellung. Im Gegenzug, wenn ein HighEnd Gerät optimal eingestellt ist kommt man dem natürlichen Hörbild und Klangbild sehr nah, was unsere Kunden auch sehr zufrieden macht.
Anmerkung: Florian Theurer: Natürlich haben höherwertige Geräte Vorteile: mehr Klangkomfort, feinere Einstellmöglichkeiten, bessere Mikrofone. Aber ohne die richtige Beratung und Anpassung nützt das alles wenig.
Technik verstehen – die Herausforderung für viele Kunden
Kommentar: Axel Fischer: Ich glaube, viele Menschen sind von der Technik überwältigt. Sie wissen nicht, wie viel möglich ist, und sind auch unsicher im Umgang damit. Das betrifft ja nicht nur Hörgeräte, sondern Technik allgemein.
Frage: Axel Fischer: Florian, versteht der Kunde eigentlich alles, was ihr erklärt? Ich könnte mir vorstellen, dass gerade ältere Menschen sagen: „Das ist mir zu anstrengend, ich verstehe das gar nicht.“ Vielleicht sogar akustisch nicht.
Antwort: Florian Theurer: Darf bei uns nicht passieren. Natürlich ist der Informationsfluss in den ersten zwei Terminen sehr groß. Aber das ist notwendig, wenn wir es richtig machen wollen. Viele Kunden wissen gar nicht, wie schlimm ihr Hörverlust tatsächlich ist – das müssen wir ihnen erstmal bewusst machen.
Die Rolle der Angehörigen – Unterstützung ist entscheidend
Anmerkung: Florian Theurer: Wenn wir merken, dass der Kunde allein Schwierigkeiten hat, die Informationen aufzunehmen, ziehen wir gezielt die Angehörigen hinzu. Sie sind eine wichtige Unterstützung – gerade bei älteren oder dementen Menschen.
Anmerkung: Florian Theurer: Wenn keine familiäre Hilfe da ist, machen wir die Versorgung trotzdem – aber wir müssen dann mit unserer Erfahrung andere Wege finden. Zum Beispiel reduzieren wir am Anfang die Lautstärke intensiver und arbeiten uns schrittweise vor.
Hörtraining statt Preisdiskussion – ein anderer Ansatz
Frage: Oliver Lukner: Also geht es nicht nur darum, ein Gerät ins Ohr zu setzen, sondern der Kunde muss auch lernen, damit umzugehen?
Antwort: Florian Theurer: Genau. Deshalb arbeiten wir mit einem Hörtraining, das dem eigentlichen Gerätekauf vorausgeht. Am Anfang steht bei uns nicht die Frage „Was kostet ein Hörgerät?“, sondern: Wie bringen wir den Menschen wieder dazu, hören und verstehen zu lernen – und vor allem das Gehörte zu verarbeiten?
Anmerkung: Florian Theurer: Wenn wir das nicht tun, ist der Kunde später auch nicht in der Lage, Hörgeräte sinnvoll zu vergleichen.

Der erste Termin – Hörtraining statt Gerätekauf
Anmerkung: Florian Theurer: Ärzte und auch Krankenkassen sagen häufig: „Der Kunde soll drei Geräte testen.“ Aber wenn man verstanden hat, dass ein Mensch kein akustisches Gedächtnis hat, wird schnell klar: Das kann so nicht funktionieren. Um wirklich beurteilen zu können, ob zwei Geräte gleich klingen, müsste man beide gleichzeitig hören – wie mit einem Kopfhörer, der in Millisekunden zwischen den Geräten umschaltet. Das ist technisch nicht möglich.
Anmerkung: Florian Theurer: Deshalb läuft es bei uns anders. Beim ersten Termin geht es nicht darum, sofort das erste Probegerät mitzugeben. Der Kunde ist zu diesem Zeitpunkt noch damit beschäftigt, sich wieder an das Hören zu gewöhnen und den Umgang mit der Technik zu lernen. Ein direkter Vergleich wäre völlig verfrüht.
Hörtraining als Grundlage – schrittweise zurück ins Hören
Anmerkung: Florian Theurer: Wir beginnen mit einem Hörtraining. Dazu bekommt der Kunde Trainingsgeräte mit einer speziellen Einstellung – basierend auf unserem eigenen Anpassverfahren. Dieses führt ihn so nah wie möglich an ein gesundes Hörbild heran. Zu Beginn reduzieren wir die Lautstärke etwas, um ihn nicht zu überfordern. Dann wird sie über einen Zeitraum von 14 Tagen langsam und schrittweise automatisiert angehoben.
Anmerkung: Florian Theurer: Parallel dazu macht der Kunde zu Hause Hörverarbeitungsübungen. Spielerisch, mit einem Übungsbuch und einem Nackenlautsprecher, der per Bluetooth gekoppelt ist. Die Übungen beinhalten zum Beispiel:
- Tonhöhenunterschiede erkennen
- Lautstärken unterscheiden
- Wortpaare nachsprechen, die sich nur durch einen Buchstaben unterscheiden, und das fehlende Wort notieren
Das alles wird in verschiedenen Schwierigkeitsstufen angeboten. So holen wir jeden da ab, wo er steht – ob jemand schon 15 bis 20 Jahre schlecht hört oder erst seit 4 Jahren.
Anmerkung: Florian Theurer: Wöchentlich prüfen wir die Entwicklung, beantworten Fragen und helfen, den Weg richtig einzuschlagen. Erst nach diesen 14 Tagen erhält der Kunde das erste Hörgerät, das individuell auf seine Lebens- und Hörsituation abgestimmt ist. Dann ist er wirklich in der Lage, Unterschiede zwischen den Geräten wahrzunehmen und deren technische Möglichkeiten zu beurteilen.
Wieder Hören lernen ist Arbeit – für beide Seiten

Frage: Axel Fischer: Das heißt im Endeffekt: Ich muss Hören wieder lernen? Es reicht nicht, einfach ein Gerät ins Ohr zu stecken?
Antwort: Florian Theurer: Richtig. Man muss diesen Gedanken loslassen, dass man sich irgendwo ein hübsches Hörgerät aussucht, ins Ohr setzt und dann sofort eine „Hörerleuchtung“ erlebt. Hören wieder lernen ist Arbeit – für uns als Akustiker und auch für den Kunden selbst.
Anmerkung: Florian Theurer: Ich vergleiche es gern mit einem gebrochenen Arm. Nach 4 bis 6 Wochen im Gips macht jeder selbstverständlich Physiotherapie – oft monatelang. Alle akzeptieren das, weil sie wieder ihre Tasse heben oder den Tennisschläger schwingen wollen. Beim Hören ist es nicht anders: Auch hier braucht es Geduld und Training.
Aufklärung und Sicherheit geben – der richtige Weg
Anmerkung: Florian Theurer: Wir müssen den Kunden überzeugen, dass das der richtige Weg ist. Gleichzeitig geben wir ihm die Möglichkeiten, das auch umzusetzen, und die Sicherheit, dass er das Richtige tut. Nur so kann eine nachhaltige Hörversorgung gelingen.
Anmerkung: Florian Theurer: In anderen Ländern gibt es Hörverstärker, die man einfach aus dem Regal nimmt. Auch im Internet werden Hörgeräte verkauft – klein, fast unsichtbar. Aber niemand fragt, ob das anatomisch passt oder überhaupt sinnvoll ist. Oft richten diese Geräte mehr Schaden an, als sie nützen.

Wann ist der Moment gekommen, zum Hörakustiker zu gehen?
Frage: Axel Fischer: Florian, mal ganz ehrlich – ab wann sollte ich eigentlich selbst den Weg zum Hörakustiker überlegen? Natürlich, wenn ich gar nichts mehr höre, stellt sich die Frage nicht. Aber wann ist dieser Punkt erreicht, an dem man sagen sollte: „Vielleicht könnte ich mal was tun“? Und noch was: Wird es schlimmer, je länger ich warte? Oder hilft es, wenn ich früher etwas unternehme?
Antwort: Florian Theurer: Auffälligkeiten gibt es viele. Jeder Mensch merkt es eigentlich selbst, wenn er Schwierigkeiten bekommt – nur wird das oft verdrängt. Typische Anzeichen sind: Wenn der Partner oder die Partnerin darauf hinweist, dass der Fernseher viel zu laut ist. Oder wenn man in Restaurants mit Freunden sitzt und merkt, dass man Gesprächen nicht mehr so gut folgen kann wie früher.
Das Stigma des Hörgeräts – klein, unauffällig, aber auf Kosten der Funktion?
Anmerkung: Florian Theurer: Viele Anbieter wie z.B. audibene setzen auf Internetplattformen und leiten Kunden an Partnerakustiker weiter. Marketingtechnisch geht es dabei oft um klein und unauffällig – das Hörgerät soll möglichst unsichtbar sein, weil viele Menschen nicht wollen, dass man merkt, dass sie schlecht hören. Das Stigma ist immer noch ein großes Thema.
Anmerkung: Florian Theurer: Aber dabei wird häufig vergessen: Hören und Verstehen müssen im Vordergrund stehen. Es reicht nicht, wenn ein Gerät einfach „weg“ ist. Wenn die Anpassung nicht richtig gemacht wird, bringt auch das unauffälligste Hörgerät keinen echten Mehrwert.
Hörtests und Grenzen der Messung – nicht alles ist sichtbar

Anmerkung: Florian Theurer: Selbst wenn wir Hörtests machen, ist zu bedenken: Das menschliche Gehör reicht von 20 Hertz bis 20.000 Hertz. In der Hörakustik messen wir jedoch nur einen Ausschnitt davon – von 125 Hertz bis 8 Kilohertz. Das deckt nicht das volle Potenzial unseres Gehörs ab.
Anmerkung: Florian Theurer: In der Diagnostik kann es in manchen Fällen bis 14 oder 16 Kilohertz gehen. Ich erinnere mich an ein Messsystem für Tinnitus, das bis 14 Kilohertz testet. Ich selbst hatte da 100 Dezibel auf den Ohren – und hörte nichts. Meine Mitarbeiter hingegen konnten es alle noch hören. Das zeigt: Auch wenn Standardmessungen unauffällig sind, können im Hochfrequenzbereich schon Defizite bestehen.
Humorvolle Selbstreflexion
Kommentar: Axel Fischer (lachend): Vielleicht hätte ich doch ohne Podcast kommen sollen – dann hätte ich mir das alles sparen können.
Kommentar: Florian Theurer (lachend): Aber dann hätten wir ja nicht diesen schönen Anlass gehabt, dich hierher zu bekommen!
Warum frühzeitiges Handeln so wichtig ist
Anmerkung: Florian Theurer: Im messbaren Bereich bin ich aktuell selbst noch nicht versorgungsfähig. Es gibt also kein Hörgerät, das mich im Moment unterstützen müsste. Aber ich merke trotzdem – gerade in Gesellschaft – dass es Momente gibt, wo ich nicht mehr alles so mühelos verstehe wie früher.
Anmerkung: Florian Theurer: Fachlich weiß ich natürlich, worauf ich achten muss. Aber es zeigt, dass zum Hören und Verstehen mehr gehört als nur das, was wir aktuell mit Messgeräten erfassen und mit Hörgeräten bearbeiten können. Darum ist es so wichtig, Signale möglichst früh wahrzunehmen.
Anmerkung: Florian Theurer: Die Offenheit gegenüber der Technik ist heute zum Glück viel größer als noch vor 15 Jahren. Viele Menschen reagieren inzwischen früher und sind eher bereit, etwas für ihr Gehör zu tun.
Hören kann man ausgleichen – Verstehen nicht
Anmerkung: Florian Theurer: Je länger man wartet, desto größer ist die Gefahr. Das Hören an sich mag nicht unbedingt immer schlechter werden. Aber wenn das Gehirn über längere Zeit keinen Input bekommt, „schlafen“ die Verstehtzellen ein. Und wenn diese Zellen einmal defekt sind, kann kein Hörgerät der Welt sie wieder aktivieren.
Anmerkung: Florian Theurer: Man muss klar unterscheiden zwischen Hören und Verstehen. Wird das Hören schlechter, kann ich es mit einem Hörgerät ausgleichen – ich stelle es lauter ein, oder wenn nötig, nehme ich ein stärkeres Gerät. Aber eine Verschlechterung der Sprachverständlichkeit ist irreversibel. Deshalb trainieren wir das Verstehen im Hörzentrum so früh wie möglich, um die Verstehtzellen zu erhalten.

Das Ziel: Ein gesundes Hörbild – auch in Gesellschaft
Anmerkung: Florian Theurer: Damit Verstehen möglich bleibt, sollte das Hörgerät so eingestellt sein, dass es dem natürlichen Hörbild maximal nahekommt. Wir dürfen nicht – wie es oft passiert – die hellen oder tiefen Frequenzen absenken, nur damit es angenehmer klingt. Im ruhigen Umfeld mag das unproblematisch sein. Aber in Gesellschaft verzichtet man damit auf fast alles, was zum Verstehen nötig ist.
Kommentar: Axel Fischer: Jetzt haben wir viel darüber erfahren, wie Bendel Hörsysteme arbeitet und worauf ihr Wert legt. Florian, ihr seid ein familiengeführtes Unternehmen – im Gegensatz zu vielen großen Ketten. Was ist der Vorteil daran?
Ein Alleinstellungsmerkmal mit Wirkung über Biberach hinaus
Frage: Axel Fischer: Florian, euer Weg klingt sehr besonders. Kann man das so sagen, dass auch andere familiengeführte Hörakustiker ähnlich arbeiten? Oder seid ihr hier tatsächlich ein Stück weiter vorne als viele andere?
Antwort: Florian Theurer: Wir haben uns bewusst für einen anderen Weg entschieden. Deswegen habe ich vorhin ja auch das Beispiel mit dem „Kanarienvogel“ gebracht. Es ist de facto so, dass wir eine Methode gefunden haben, die unseren Kunden echten Mehrwert bietet. Eine Hörgeräteversorgung, die dafür sorgt, dass Menschen genau in den Situationen besser hören, in denen sie es sich am meisten wünschen – vor allem in Gesellschaft.
Anmerkung: Florian Theurer: Man spricht davon, dass zwischen 30 und 70 % der Hörgeräte in Deutschland in Schubladen landen. Selbst wenn die Zahl „nur“ 30 % wäre, ist das immer noch viel zu viel – Milliardenschäden für Krankenkassen und ein enormes Defizit für die Betroffenen. Aus meiner Sicht zeigt das, dass irgendwo im Prozess etwas nicht stimmt.
Anmerkung: Florian Theurer: Ich habe diesen Beruf gelernt, weil ich Menschen ein besseres Hören und Verstehen ermöglichen möchte – und zwar dort, wo es am nötigsten ist: im Alltag, im sozialen Miteinander. Genau dafür haben wir unser eigenes Verfahren entwickelt, das „Bendel Reaktive Verfahren". Es gibt den Kunden vom ersten bis zum letzten Termin einen klaren Plan. Kein monatelanges Testen, kein Hin und Her, kein „Probieren wir es in einem halben Jahr nochmal“.
Anmerkung: Florian Theurer: Ich sehe es leider oft in der Branche, dass Hörgeräteanpassung zu einer Art Glücksspiel wird. Für mich als Fachkraft wäre das ein Armutszeugnis. Deshalb haben wir uns intensiv Gedanken gemacht, wie es richtig funktioniert – und dieses Konzept ist tatsächlich unser Alleinstellungsmerkmal.

Überregionaler Ruf – Kunden weit über Biberach hinaus

Frage: Axel Fischer: Kommen zu euch auch Kunden von weiter weg? Zum Beispiel aus München oder vom Bodensee?
Antwort: Florian Theurer: Ja, das erleben wir tatsächlich regelmäßig. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda haben wir Kunden aus der gesamten Region – vom Bodensee, hinter Ulm und ja, auch aus München. Viele kommen auf Empfehlung von Freunden oder Bekannten, die hier gute Erfahrungen gemacht haben.
Von 37 auf 260 Quadratmeter – Wachstum und neue Standorte
Frage: Axel Fischer: Das, was du beschreibst, klingt sehr personalintensiv. Hier im Gespräch sitzen wir auf 37 Quadratmetern – macht ihr das alles allein, oder habt ihr ein Team? Und du hast vorhin erwähnt, dass ihr zwei Standorte habt?
Antwort: Florian Theurer: Wir sind damals tatsächlich auf nur 37 m² gestartet. Doch es wurde schnell zu eng, weil die Nachfrage wuchs. Inzwischen sind wir schon zweimal umgezogen. Nach einem Hochwasser im Jahr 2016 haben wir neue Räumlichkeiten bezogen – heute arbeiten wir auf 260 m², mit drei Messräumen hier in Biberach.
Anmerkung: Florian Theurer: Unsere Filiale in Laupheim hat sich ebenfalls entwickelt. Früher war es nur ein kleines Büro im Obergeschoss eines Optikers, einmal die Woche geöffnet. Heute sind wir dort fest etabliert.
Fachkräfte dringend gesucht – und eigene Lösungen dafür
Anmerkung: Florian Theurer: Inzwischen sind wir auch die ganze Woche in Laupheim präsent und sind im Februar in moderne Räumlichkeiten umgezogen. Das war für uns ein weiterer Schritt nach vorne.
Anmerkung: Florian Theurer: Insgesamt sind wir derzeit – mit Teilzeitkräften und inklusive Buchhaltung – acht Personen. Wir waren aber schon mehr und könnten tatsächlich auch jetzt mehr Fachpersonal gebrauchen. Das ist ja ein Thema, das branchenübergreifend in aller Munde ist. Ich fange gar nicht mehr an zu jammern, weil man könnte sich überall an der Straße treffen und darüber sprechen – das Thema ist schon ziemlich ausgelutscht.
Neue Wege: Ausbildung und Entlastung des Fachpersonals
Anmerkung: Florian Theurer: Natürlich betrifft der Fachkräftemangel auch uns. Wir sind aber aktiv geworden und suchen intensiv nach Auszubildenden. Dazu besuchen wir Messen wie die „Future for You“, sind in den sozialen Medien präsent und haben überlegt: Wie können wir das bestehende Fachpersonal entlasten?
Anmerkung: Florian Theurer: Gemeinsam mit einer guten Kollegin von mir haben wir ein neues Berufsbild entwickelt – den „Customer Care Manager“. Diese Personen werden von uns, beziehungsweise in diesem Fall hauptsächlich von meiner Kollegin, in einem strukturierten Schulungsprozess eingearbeitet.
Anmerkung: Florian Theurer: Ziel ist es, dass diese Mitarbeiter Aufgaben übernehmen, die nicht zwingend vom Fachpersonal erledigt werden müssen. Dazu zählen Empfang, Terminierung, Lagerlogistik oder der Bereich Gehörschutz. Auch Zubehörverkauf oder das Erklären von Handgriffen kann man ihnen beibringen. So entsteht ein tagesfüllender Job, der dem Fachpersonal Zeitfenster verschafft, um sich auf die fachliche Beratung und Messungen zu konzentrieren.

Kooperation mit Maria Böhler und der Aufbau der Bendel Academy

Frage: Axel Fischer: Und diese Kollegin, wer ist das genau?
Antwort: Florian Theurer: Das ist Maria Böhler. Sie ist selbst Unternehmerin, hat den Familienbetrieb in Augsburg übernommen. Meine Tochter hat dort ihre Ausbildung gemacht und arbeitet auch heute noch bei ihr. Maria hat ein Schulungskonzept entwickelt, um den Bereich Customer Care Manager im Hörakustik-Berufsfeld zu etablieren.
Frage: Axel Fischer: Also schickt ihr eure Leute zu ihr?
Antwort: Florian Theurer: Genau. Und in naher Zukunft werde ich wahrscheinlich selbst als Lehrender dort tätig sein.
Frage: Axel Fischer: Ich habe auch von einer „Bendel Academy“ gehört. Ist das dasselbe?
Antwort: Florian Theurer: Nein, das ist etwas anderes. Die „Bendel Academy“ ist unser eigenes Grundkonzept. Ich habe mir in den letzten zwei Jahren eine Online-Schulungsplattform aufgebaut. Ziel war es, trotz des Mangels an neuen Fachkräften, eine effiziente Möglichkeit zu schaffen, um Neuankömmlinge oder auch ausgebildete Hörakustiker in unser spezielles Verfahren einzuarbeiten.
Anmerkung: Florian Theurer: Wir machen vieles anders als andere Betriebe. Wenn ein fertiger Hörakustiker zu uns kommt, bedeutet das nicht, dass er sofort alle Termine übernehmen kann. Er muss zunächst unser Konzept verstehen und anwenden lernen – und genau das vermittelt die Academy. Es ist mehr Aufwand, aber wir gehen diesen Weg bewusst, um die Qualität unserer Hörversorgung auf dem Niveau zu halten, das unsere Kunden von uns gewohnt sind.
Die Philosophie hinter Bendel Hörakustik
Anmerkung: Axel Fischer: Ihr habt also sozusagen die „Bendel-Hörakustik-Philosophie“, die ihr konsequent verfolgt?
Antwort: Florian Theurer: Absolut. Es geht uns nicht nur darum, Hörgeräte zu verkaufen, sondern darum, Menschen zu helfen, wieder am Leben teilzunehmen. Wir verstehen uns als Partner unserer Kunden auf diesem Weg – und dafür braucht es Zeit, Engagement und ein geschultes Team, das die Philosophie lebt.
Frage: Axel Fischer: Bendel Hörsysteme Philosophie – was bedeutet das konkret?
Antwort: Florian Theurer: Richtig, wir sprechen bei uns intern tatsächlich von einer Philosophie. Dafür gibt es sogar eine eigene Akademie. In dieser wird genau festgelegt, wie jeder Termin abläuft, wie die Anpassungen durchgeführt werden und auch grundlegende Themen wie das Messen. Nehmen wir zum Beispiel einen neuen Mitarbeiter oder eine neue Mitarbeiterin, vielleicht auch einen Custom Care Manager. Diese Person hat ja noch keine Routine. Dafür bietet die Akademie die perfekte Grundlage.
Frage: Axel Fischer: Aber wenn ich jetzt als ausgelernte Fachkraft zu euch komme, also mit abgeschlossener Ausbildung, bekomme ich dann trotzdem eine Schulung über die Akademie?
Antwort: Florian Theurer: Ja, genau. Egal, woher jemand kommt oder welche Vorkenntnisse vorhanden sind – alle neuen Mitarbeitenden durchlaufen bei uns diese Akademie. Das ist notwendig, um unsere spezielle Arbeitsweise und unsere Philosophie vollständig zu verinnerlichen. Wir wollen, dass alle im Team die gleiche Qualitätsgarantie abgeben können und die Philosophie leben.
Frage: Axel Fischer: Es geht also darum, dass ihr sicherstellt: Jede und jeder im Team arbeitet nach dem gleichen hohen Standard?
Antwort: Florian Theurer: Richtig. Wir geben unser Wissen weiter, wie man die Hörgeräteanpassung auf ein neues Niveau bringt. Diese Inhalte werden in der Akademie vermittelt. Zusätzlich gibt es begleitendes Praxis-Training, aber die Mitarbeitenden haben jederzeit die Möglichkeit, online nachzuschauen und offene Fragen zu klären – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.
Frage: Oliver Lukner: Also haben alle Mitarbeitenden – männlich, weiblich, divers – Zugriff auf dieses Wissen?
Antwort: Florian Theurer (lacht): Absolut. Wir gendern hier nicht aktiv, aber natürlich schließen wir niemanden aus. Es geht um alle Mitarbeitenden, unabhängig vom Geschlecht.
Frage: Axel Fischer: Aber um es noch einmal klarzustellen: Ist das Konzept dieser Akademie eure eigene Entwicklung? Oder ist das etwas, das ihr zusammen mit der Kollegin aus Augsburg gemacht habt?
Antwort: Florian Theurer: Nein, das ist ein ganz eigenes Konzept – exklusiv für Bendel Hörsysteme und vollständig auf unseren Betrieb und unsere Arbeitsweise abgestimmt.
Frage: Axel Fischer: Und die Augsburger Kollegin?
Antwort: Florian Theurer: Die Kollegin in Augsburg arbeitet ähnlich, aber nicht identisch. Interessanterweise ist ihr Vater der Entwickler des Hörtrainings, das wir auch einsetzen. Also gibt es Verbindungen und Ähnlichkeiten, aber letztlich hat jeder Betrieb seine eigene Vorgehensweise und Handschrift.

Was macht Bendel Hörsysteme anders?

Frage: Axel Fischer: Okay, aber was ist bei euch jetzt eigentlich anders als bei anderen Anbietern?
Antwort: Florian Theurer: Es gehört immer auch ein Beratungskonzept dazu. Das haben wir für unseren Betrieb von Grund auf selbst aufgebaut. Vor etwa 13 oder 14 Jahren haben wir die Möglichkeit des Hörtrainings für uns entdeckt und uns das zunutze gemacht. In unserer Region dürfen tatsächlich nur wir dieses spezielle Training anbieten – wir sind dafür lizenziert und alle unsere Mitarbeiter sind entsprechend geschult. Es gibt bestimmte Voraussetzungen, die man erfüllen muss, um diese Leistung überhaupt anbieten zu dürfen.
Zusätzlich haben wir damals im kleinen Kreis ein Konzept entwickelt –und einen Grundstein für unser heutiges Einstellverfahren gelegt. Jeder von uns hat das dann in seinen Betrieb implementiert und mit der eigenen Erfahrung weiterentwickelt. Und weil wir im regelmäßigen Erfahrungsaustausch stehen, ist es ein dynamischer Prozess geblieben.
Kommentar: Oliver Lukner: Das klingt nach einem klaren Fahrplan, der sich durchzieht.
Antwort: Florian Theurer: Genau. Wir haben heute ein festes Konstrukt für den gesamten Arbeitsablauf. Dadurch kann bei uns im Prinzip jeder im Team einspringen, auch wenn mal jemand krank ist. Jeder weiß genau, welche Aufgaben in welcher Phase der Versorgung anstehen.
Frage: Axel Fischer: Also ist auch die Dokumentation entscheidend?
Antwort: Florian Theurer: Nicht nur die Dokumentation – die ist natürlich wichtig, aber genauso entscheidend ist das persönliche Wissen um den einzelnen Menschen. Wir berücksichtigen individuelle Themen wie Allergien, Empfindlichkeiten oder gesundheitliche Besonderheiten. Aber ja, wenn die Dokumentation zusätzlich stimmt, kann mich theoretisch jeder im Team vertreten.
Ein attraktiver Arbeitgeber für Talente
Frage: Axel Fischer: Wenn ich jetzt Mitarbeiter bei euch wäre oder es werden möchte – wäre es nicht auch für mich sinnvoll, zwei Jahre bei Bendel zu arbeiten, die Ausbildung zu genießen und mir dann vielleicht selbstständig etwas aufzubauen? Gibt es solche Anfragen von Menschen, die einfach eure „Akademie“ durchlaufen wollen?
Antwort: Florian Theurer: Solche Anfragen hatten wir bisher noch nicht, aber die Idee ist interessant. Aktuell liegt unser Fokus ganz klar auf dem weiteren Aufbau von Bendel Hörsysteme. Wir wollen mehr Fachpersonal generieren – sowohl, indem wir neue Mitarbeiter einstellen als auch indem wir selbst Nachwuchs ausbilden.
Aber natürlich freuen wir uns über Menschen, die wirklich den Mehrwert einer modernen Hörgeräteversorgung verstehen und diesen auch transportieren möchten. Wir zeigen ihnen gerne, wie das geht.
Die Arbeit mit Sinn: Mehr als nur ein Job
Antwort: Florian Theurer: Für mich persönlich ist es jedes Mal ein Glücksgefühl, wenn ein Kunde anfangs noch skeptisch ist und sich fragt: „Mache ich das richtig? Kann ich diesem Betrieb vertrauen?“ Und wenn er dann am Ende sagt: „Warum habe ich das nicht schon vor zehn Jahren gemacht?“ Das sind Momente, die uns antreiben.
Wir leben von der Mund-zu-Mund-Propaganda und von der hohen Zufriedenheit unserer Kunden. Natürlich gibt es immer mal Ausnahmen – Menschen, die sehr beratungsresistent sind, oder gesundheitliche Gründe, die die Versorgung erschweren. Aber wir geben alles, damit jeder möglichst nah an das herankommt, was für ihn oder sie optimal ist.
Perspektiven für die Zukunft
Antwort: Florian Theurer: Langfristig entstehen aus unserem Konzept sicher noch viele weitere spannende Ansätze. Im Moment liegt unsere Priorität aber darauf, den Mangel an Fachpersonal aufzufangen. Und die Basis dafür ist gesetzt: Wenn neue Mitarbeiter zu uns kommen, können wir ihnen eine solide Schulung bieten und sie optimal einarbeiten.

Was verdient man eigentlich in der Hörakustik?

Frage: Oliver Lukner: Wie ist denn die Bezahlung in der Hörakustik-Branche? Gibt es da Tarifverträge oder feste Vorgaben?
Antwort: Florian Theurer: Tariflich gebunden ist unsere Branche nicht. Jeder Betrieb legt die Gehälter im Grunde selbst fest. Es gibt aber natürlich Empfehlungen und Richtwerte – zum Beispiel von den Innungen.
Frage: Oliver Lukner: Und was verdient man durchschnittlich in der Ausbildung?
Antwort: Florian Theurer: Im ersten Lehrjahr liegt das Gehalt ungefähr bei 900 Euro. Im zweiten steigt es auf etwa 1.000 Euro, und im dritten Lehrjahr sind es rund 1.150 Euro. Das sind natürlich Durchschnittswerte, und es gibt auch Betriebe, die bei guten schulischen Leistungen oder besonderen Engagements zusätzliche Boni zahlen.
Frage: Axel Fischer: Also können Auszubildende durch gute Leistungen ihr Gehalt noch etwas aufbessern?
Antwort: Florian Theurer: Genau. Wenn jemand top Schulnoten hat oder bei uns regelmäßig zusätzliche Aufgaben wie Berichte pünktlich und sorgfältig abliefert, wird das honoriert. Solche individuellen Bonusregelungen sind allerdings von Betrieb zu Betrieb verschieden.
„Gute Leistung wird bei uns spürbar honoriert“
Frage: Axel Fischer: Das heißt, bei euch merkt ein Mitarbeiter, wenn er gute Arbeit leistet?
Antwort: Florian Theurer: Absolut. Das war mir immer wichtig. Jeder, der sich engagiert und die Kunden mit Begeisterung abholt, wird das bei uns auch spüren – nicht nur finanziell, sondern auch durch ein wertschätzendes Miteinander. Ich wünsche mir als Unternehmer Mitarbeiter, die Freude an ihrer Arbeit haben. Nur so kann man unser Konzept und den Mehrwert, den wir bieten, auch wirklich an die Kunden transportieren.
Motivation statt reiner Zahlen
Kommentar: Florian Theurer: Eigentlich suche ich Hörakustiker, die diesen Beruf wirklich leben. Menschen, die das Bestmögliche aus der modernen Hörtechnik herausholen wollen, um anderen wieder Lebensqualität zurückzugeben.
Frage: Axel Fischer: Aber warum sollte ich als Fachkraft zu euch kommen und nicht nach Ulm oder München? Liegt das einfach daran, dass Ulm oder München „cooler“ sind?
Antwort: Florian Theurer: Klar, die Großstadt mag ihre Reize haben. Aber bei uns machst du die bessere Anpassung. Was soll ich dir da anderes sagen? Es geht hier nicht nur um mehr Geld. In München beispielsweise, da herrscht oft ein ganz anderer Geist. Da zählt oft nur, was verkauft wird – egal, wie. Für mich als Unternehmer ist das der falsche Weg. Natürlich soll jeder korrekt verdienen und einen Mehrwert bekommen. Aber für mich steht die Qualität und der Mensch im Vordergrund.
Personalgewinnung: Warum zu Bendel Hörsysteme?
Frage: Oliver Lukner: Lass uns mal überlegen, was wir in Richtung Personalgewinnung kommunizieren wollen. Warum sollte ein Hörakustiker gerade zu euch kommen?
Antwort: Florian Theurer: Wir bieten einen klaren roten Faden für die Hörgeräteanpassung. Ich erinnere mich noch gut an meine Anfangszeit und sehe heute oft, wie Anpassungen in der Branche gemacht werden. Da kommt der Kunde und sagt: „Meine eigene Stimme klingt komisch“, und dann wird sofort eine Belüftungsbohrung in die Otoplastik gemacht – einfach der schnelle Weg.
Bei uns läuft das anders: Unsere Mitarbeiter lernen nicht nur, was in der Berufsschule vermittelt wird, sondern wie es in der Praxis richtig gelebt wird.

„Wir legen Wert auf Maßarbeit statt Schnelllösungen“
Antwort: Florian Theurer: Viele arbeiten nach Schema F – auch große Ketten. Der Mitarbeiter macht, was die Kette vorgibt. Aber so entstehen oft suboptimale Anpassungen. Heute laufen noch zu viele Menschen mit kleinen Silikonschirmchen im Ohr herum, sogenannten „Domes“, die weder maßgefertigt noch optimal angepasst sind.
Das Problem dabei: Diese provisorischen Lösungen sitzen nicht konstant. Schon ein Millimeter Unterschied in der Tiefe verändert den Klang erheblich. Und häufig werden diese Domes offen gestaltet, damit der Kunde seine eigene Stimme weniger störend wahrnimmt. Aber das führt dazu, dass die besten Hörgeräte auf dem Markt – mit modernster Störgeräuschunterdrückung und allem Drum und Dran – gar nicht ihr volles Potenzial entfalten können.
„Viele wissen gar nicht, was ihr Hörgerät wirklich kann“
Antwort: Florian Theurer: Wenn Hörgeräte nicht optimal angepasst sind, sind viele ihrer Funktionen schlicht zerstört. Der Kunde merkt das oft gar nicht – er denkt, er trägt die beste Technik am Ohr, aber in Wahrheit nutzt er deren Potenzial überhaupt nicht.
Frage: Axel Fischer: Was ist eigentlich der Anreiz, bei euch zu arbeiten? Warum sollte ich als junger Hörakustiker nicht lieber nach München oder Ulm gehen?
Antwort: Florian Theurer: Weil du bei uns die bessere Anpassung machst. In großen Städten geht es oft nur ums Geschäft – möglichst viel, möglichst schnell. Ich will das nicht schlechtreden, aber mein Weg ist ein anderer. Hier geht es um Qualität, um ein ganzheitliches Versorgungskonzept und darum, dass du den Menschen wirklich helfen kannst. Wer Hörakustiker sein will, weil er Menschen das bestmögliche Hören zurückgeben möchte, ist bei uns genau richtig.
Die Zukunft der Hörakustik: Technik und Mensch im Zusammenspiel
Frage: Oliver Lukner: Die Branche verändert sich ja rasant – sowohl technisch als auch im Umgang mit den Kunden. Wohin geht die Reise aus deiner Sicht? Was sind die Trends, die junge Menschen für den Beruf begeistern könnten?
Antwort: Florian Theurer: Ein großer Treiber ist der demografische Wandel. Schon heute hätten alle Hörakustiker in Deutschland mehr als genug zu tun – und der Bedarf steigt weiter. Gleichzeitig entwickeln sich die Hörgeräte technisch rasant. Seit Oktober sehen wir zum Beispiel Systeme mit Künstlicher Intelligenz, die Alltagsgeräusche intelligent filtern und die Sprachverständlichkeit noch einmal enorm verbessern. Das ist eine spannende Reise – und wer dabei sein will, arbeitet in einer Zukunftsbranche.
Warum sollen Kunden zu Bendel Hörsysteme kommen?
Antwort: Florian Theurer: Akustiker, die nur vergleichbare Standardlösungen anbieten, werden es künftig schwer haben. Die Konkurrenz durch große Ketten, Direktvertriebe und Internetanbieter wächst. Wenn der Kunde ein Hörgerät im Internet günstiger bekommt – warum sollte er dann zu dir kommen? Die Antwort kann nur sein: Weil du es besser einstellst und ihn individueller betreust.
Kommentar: Axel Fischer: Genau, das ist auch der Trend, den wir überall sehen. Die Masse läuft über Online-Shops, während die spezialisierten Anbieter – wie ihr – mit individueller Anpassung und echter Manufakturarbeit punkten können. Das ist euer USP.
Antwort: Florian Theurer: Richtig. Heute kann die Technik schon Hörtests automatisieren und Voreinstellungen berechnen – aber das ersetzt nicht die Erfahrung und das Einfühlungsvermögen eines guten Akustikers. Viele verlassen sich auf diese Standard-Voreinstellungen, aber wir gehen darüber hinaus.
„Wir brauchen ein klares Alleinstellungsmerkmal“

Antwort: Florian Theurer: Jeder in unserer Branche muss sich ein klares Alleinstellungsmerkmal suchen. Nur so kann man sich abheben – ob als kleines Unternehmen, als große Kette oder als Einzelkämpfer. Bei uns ist es die Verbindung aus technischer Exzellenz und echter individueller Betreuung.
„Warum soll der Kunde zu mir kommen?“ – Überlegungen zur Zukunft der Branche
Kommentar: Axel Fischer: Ich möchte an der Stelle meine Überzeugung loswerden: Jeder in der Branche sollte sich fragen, warum der Kunde gerade zu ihm kommen soll. Wer eine Zukunftsstrategie entwickeln will, steht vor der Wahl: Gehe ich in die Masse und muss dort mit den Großen mithalten – oder spezialisiere ich mich und schaffe eine Art Manufaktur-Philosophie?
Antwort: Florian Theurer: Genau. Und bei uns ist es diese Philosophie, die wir seit Jahren konsequent weiterentwickeln. Sie ist ausrollbar und bietet unseren Kunden einen echten Mehrwert.

Das Alleinstellungsmerkmal von Bendel Hörsysteme
Kommentar: Axel Fischer: Für mich war ein echter Aha-Moment, als du erklärt hast, dass das Gehör Erinnerungen wieder verlernt – und wie viel Potenzial darin steckt, wenn man das in der Anpassung berücksichtigt.
Antwort: Florian Theurer: Richtig. Genau das ist der Punkt. Und viele Kollegen setzen auf sogenannte „private Label“-Geräte: dieselbe Technik, aber mit eigenem Branding. Das kann als Alleinstellungsmerkmal funktionieren, weil der Kunde glaubt, das Gerät gäbe es nur dort.
Bei uns war der Ursprungsgedanke ein anderer: Wir wollten erreichen, dass der Kunde seine Hörgeräte in jeder Situation tragen kann – vor allem dort, wo er es sich selbst wünscht. Daraus hat sich über 13–14 Jahre ein enormes Alleinstellungsmerkmal entwickelt. Wir haben in dieser Zeit unglaublich viel Erfahrung gesammelt und das Verfahren jährlich weiterentwickelt. Der Kunde spürt diesen Mehrwert – und wir können ihn auch beweisen.
„Wir geben auch kostenloses Feedback“
Antwort: Florian Theurer: Viele Menschen kommen mittlerweile von anderen Anbietern zu uns, weil sie unzufrieden sind. Wir laden jeden ein, der unzufrieden ist: Kommt vorbei, wir schauen uns das an und geben ein kostenloses Feedback. Und oft staunen wir selbst, was wir dabei sehen. Viele Kunden glauben, dass ihr Gerät gut funktioniert – dabei verstehen sie mit diesem Gerät tatsächlich schlechter als ohne.
Hörtest für Zuhause – möglich oder nicht?

Frage: Oliver Lukner: Gibt es eigentlich eine einfache Möglichkeit, sein Gehör selbst zu testen? Zum Beispiel mit einer App oder einem kleinen Check, den du empfehlen würdest?
Antwort: Florian Theurer: Grundsätzlich gibt es Apps und Online-Hörtests, ja. Wir machen auf Veranstaltungen wie verkaufsoffenen Sonntagen oder Events auch oft Screening-Tests mit einem digitalen Hörgerät. Diese Tests sind okay für einen ersten Eindruck, aber sie sind nicht medizinisch kalibriert und haben keine verlässliche Aussagekraft. Wer wirklich wissen will, wie es um sein Gehör steht, sollte immer einen professionellen Hörtest bei einem Akustiker machen lassen.
Fazit: Qualität statt Masse als Erfolgsfaktor
Anmerkung: Florian Theurer: Unser Ansatz ist klar: Qualität vor Masse. Wir bieten maßgeschneiderte Lösungen statt Standardware, und genau das macht uns zu einer echten Alternative für Kunden, die mehr erwarten – und für Mitarbeiter, die ihr Handwerk mit Leidenschaft ausüben wollen.
Hörtests von Zuhause aus – mit einem Klick

Antwort: Florian Theurer: Es gibt mittlerweile verschiedene Apps, Webseiten und andere Möglichkeiten – auch auf unserer eigenen Seite kann man einen Online-Hörtest machen. Und klar, der „Mimi-Hörtest“ ist auch ein bekanntes Tool. Ich kenne sicher nicht alle Apps auf dem Markt, aber das wird nicht die einzige sein.
Frage: Axel Fischer: Okay, also kann ich einfach auf eure Webseite gehen und dort direkt einen Hörtest machen?
Antwort: Florian Theurer: Genau. Auf unserer Seite bendel-hoersysteme.de gibt es die Möglichkeit, einen kurzen Online-Check zu machen.
Frage: Axel Fischer: Dann könnte Olli das ja gleich mal ausprobieren. Wir sagen ihm ja schon länger, dass er nicht mehr so gut hört. Frage ist nur: Will er es nicht hören oder hört er es wirklich nicht?
Antwort: Florian Theurer (lacht): Ja, ja, genau! Er kann einfach mal just for fun auf unsere Seite gehen und es ausprobieren. Es ist ein schneller Weg, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen.
Digitalisierung als Chance für die Branche
Kommentar: Oliver Lukner: Sind wir damit nicht schon mitten im Thema Digitalisierung? Axel hatte das ja vorhin schon angesprochen.
Frage: Axel Fischer: Genau. Die Digitalisierung ist doch ein Riesenthema – gerade, wenn es um die Zukunftsfähigkeit der Hörakustik geht. Wie siehst du das?
Antwort: Florian Theurer: Absolut. Digitalisierung eröffnet viele neue Möglichkeiten – von Online-Hörtests bis hin zu smarten Anpassungssystemen. Aber sie ist auch eine Herausforderung. Denn nur mit digitalen Tools alleine wird niemand ein guter Hörakustiker. Es geht immer um die richtige Kombination aus Technik und menschlichem Know-how.
Kommentar: Oliver Lukner (lachend): Ich habe übrigens nicht böse geschaut – ich habe nur kurz eine Pause gebraucht, um nachzudenken.
Antwort: Florian Theurer (schmunzelt): Alles gut. Das Thema Digitalisierung ist ja auch komplex genug, da darf man ruhig mal kurz innehalten.
„Digitalisierung kann die Anpassung nicht ersetzen“
Kommentar: Florian Theurer: Heute ist es technisch schon möglich, Hörtests automatisiert durchzuführen – sogar ohne direkten Kontakt mit einem Menschen. Auch Voreinstellungen lassen sich digital berechnen. Viele Akustiker nutzen solche Automatismen gerne. Aber ich finde: Genau hier liegt die Gefahr. Denn die individuell beste Lösung entsteht nicht per Mausklick – sie braucht Erfahrung, Fingerspitzengefühl und einen echten Dialog mit dem Kunden.
„Wir könnten noch stundenlang reden …“
Kommentar: Axel Fischer: Bei PointsLook hören wir von unseren Kunden oft Geschichten wie deine, Florian. Und ganz ehrlich: Was du hier erzählt hast, war so spannend, dass ich locker noch zwei Stunden weitersprechen könnte. Da steckt so viel Tiefe drin, so viele Aha-Momente. Ich bin mir sicher, viele unserer Hörer und Leser haben auch noch Fragen.
Kommentar: Oliver Lukner: Absolut. Und an dieser Stelle vielleicht ein kleiner Tipp: Schreibt uns oder direkt Flo eine Mail, wenn euch etwas auf der Seele brennt.

Fragen direkt an Florian Theurer senden
Frage: Axel Fischer: Flo, wie lautet deine E-Mail-Adresse, falls jemand dir direkt schreiben möchte?
Antwort: Florian Theurer: Gerne. Die Adresse lautet: fragen@bendel-hoersysteme.de – Hörsysteme mit „oe“ geschrieben und das Minus als Strich, nicht ausgeschrieben.
Kommentar: Oliver Lukner: Vielleicht sollten wir ein Stichwort festlegen, damit ihr später seht, wie viele Reaktionen aus diesem Podcast kamen.
Antwort: Florian Theurer: Stimmt. Einfach das Stichwort „Interview“ in den Betreff schreiben – dann wissen wir sofort Bescheid. Und wir freuen uns wirklich über jede Frage rund ums Thema Hören.
Digitalisierung als Schlüsselthema
Kommentar: Axel Fischer: Als Agentur beschäftigen wir uns ja viel mit der digitalen Sichtbarkeit von Unternehmen. Und ich muss sagen: Was du uns heute über die Branche erzählt hast, war für mich ein echter Augenöffner. Das wusste ich alles so noch nicht – und ich glaube, vielen unserer Zuhörer geht es genauso.
Frage: Axel Fischer: Das heißt, Fragen und Feedback gerne direkt per E-Mail an Flo – und ihr könnt sicher sein, dass er sie beantwortet?
Antwort: Florian Theurer: Ganz genau. Schreibt uns an fragen@bendel-hoersysteme.de – wieder mit „oe“ geschrieben und Minus als Strich. Mit dem Betreff „Interview“ können wir die Mails auch leichter zuordnen.
Kommentar: Oliver Lukner: Perfekt. Dann haben alle Hörer die Möglichkeit, sich einzubringen und noch tiefer ins Thema einzutauchen.

Ausbildungsmöglichkeiten für junge Menschen
Frage: Axel Fischer: Das heißt, wenn ich als junger Mensch sage: „Mensch, das Thema interessiert mich“, kann ich auch einfach an eure E-Mail-Adresse schreiben und nach Ausbildungsmöglichkeiten fragen?
Antwort: Florian Theurer: Definitiv. Wir sagen da nie nein. Jeder, der Interesse hat und wissen möchte, ob das etwas für ihn oder sie sein könnte, darf uns jederzeit kontaktieren.
„Eure Story muss erzählt werden!“
Kommentar: Axel Fischer: Mir fällt immer wieder auf – und bei dir heute ganz besonders – wie tief manche Unternehmen eigentlich denken und was für großartige Leistungen sie bieten. Aber wenn ich dann auf eure Webseite oder Social-Media-Kanäle schaue, sehe ich davon kaum etwas.
Kommentar: Oliver Lukner (lachend): Und Flo hat inzwischen Hunger. Es ist 21:30 Uhr – vielleicht müssen wir langsam zum Schluss kommen.
Antwort: Florian Theurer (schmunzelt): Der Magen knurrt, ja. Aber lass uns weitermachen.

Digitalisierung: Der fehlende Auftritt im Netz
Kommentar: Axel Fischer: Wir bei Pointslook beraten viele Firmen im Bereich Digitalisierung. Und ganz ehrlich: Wenn ich auf eure Webseite oder Social-Media-Kanäle gehe, sehe ich dort nicht ansatzweise die spannenden Geschichten, die du uns hier erzählt hast. Plakativ gesagt: Ihr wirkt online wie viele andere – und das ist schade. Diese Story, eure Philosophie – die muss erzählt werden!
Frage: Axel Fischer: Warum hört man all das nicht? Warum steht das nirgends?
Antwort: Florian Theurer: Das ist mir durchaus bewusst. Wir wollen da definitiv ansetzen. Unser Verfahren ist über viele Jahre gewachsen und erst in den letzten zwei Jahren so weit gereift, dass wir sagen können: Jetzt ist es „fertig“. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um es in die Öffentlichkeit zu tragen.
„Es gibt ein großes Informationsdefizit“
Antwort: Florian Theurer: Ich sehe ein sehr großes Informationsdefizit rund um das Thema Hören, Hörgeräte und deren Versorgung. Viele Menschen wissen einfach nicht, welche Möglichkeiten es heute gibt. Wir haben schon testweise Vorträge in Vereinen gehalten – und dort festgestellt, wie groß das Interesse ist. Die Menschen wollen diese Informationen bekommen. Jetzt geht es darum, die richtigen Kanäle zu finden, um dieses Wissen breiter zu streuen.
„Vorträge sind gut – aber nicht skalierbar“

Kommentar: Oliver Lukner: Auf eurer Homepage sehe ich diese Inhalte momentan noch nicht. Und Vorträge sind sicher eine tolle Idee – aber sie erreichen vielleicht 30 Leute, nicht 300.
Kommentar: Axel Fischer: Richtig. Und das Problem: Ein Vortrag ist nicht wieder abrufbar. Heute sagt man ja: „Wer schreibt, der bleibt.“ Suchmaschinen lieben Content. Also: Erzählt eure Geschichten! Schriftlich, als Video – Hauptsache sie sind zugänglich und sichtbar.
Landingpages als Schlüssel zur Sichtbarkeit
Kommentar: Axel Fischer: Man könnte für jedes Thema eine Landingpage erstellen. Das liebt Google. Je mehr solcher Seiten ihr habt, desto besser eure Auffindbarkeit – und eure Story wird gleichzeitig für die Kunden greifbar.
Frage: Oliver Lukner: Welche Möglichkeiten nutzt ihr bisher? Oder woran hakt es, dass die Inhalte aus euren Vorträgen noch nicht online sind?
Antwort: Florian Theurer: Momentan hakt es vor allem am Faktor Zeit. Uns ist schon klar: Das gehört auf die Homepage, Landingpages wären sinnvoll, und auch Social Media bietet viele Chancen. Aber wir wollen alles, was wir tun, gut überlegt und strukturiert umsetzen. Und aktuell ist das wegen des Fachkräftemangels schwierig.
„Wir müssen die Kapazitäten dafür haben“
Antwort: Florian Theurer: Ein weiteres Problem: Wenn wir diese Inhalte nach außen tragen, müssen wir auch die Kapazitäten haben, das Interesse, das dadurch entsteht, zu verarbeiten. Wir wollen nicht, dass potenzielle Kunden auf uns zukommen und wir sie dann nicht richtig betreuen können. Deshalb überlegen wir genau, wann wir welche Schritte gehen.
Provokante Frage: Warten, bis der Kunde kommt?

Kommentar: Axel Fischer: Im Moment wartet ihr darauf, dass der Kunde zu euch kommt. Aber könnte es nicht auch sinnvoll sein, aktiv nach außen zu gehen? Gerade wenn ihr so viel Expertise habt, wäre es schade, wenn sie nicht sichtbar ist.
Antwort: Florian Theurer: Das stimmt. Ich sehe die Notwendigkeit und möchte das auch angehen. Aber aktuell fehlen einfach die Ressourcen, um es sofort umzusetzen.
„Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht“
Kommentar: Oliver Lukner: Was soll man da groß sagen? Es ist doch oft das Gleiche: Warum kostet es so viel Zeit, die Homepage auf den neuesten Stand zu bringen?
Kommentar: Axel Fischer: Genau. Vielleicht müssen Unternehmer auch lernen, dass man nicht alles selbst machen kann. Man ist so tief im eigenen Fachgebiet, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Stattdessen könnte man sagen: „Wir holen uns einen Spezialisten ins Boot.“
Spezialisten für Digitalisierung: Warum nicht externe Hilfe?
Kommentar: Axel Fischer: Ihr seid die Spezialisten für Hörakustik. Aber aktuell versucht ihr, zusätzlich noch die digitale Außendarstellung selbst zu stemmen – und das bei Fachkräftemangel. Warum nicht einfach mit Profis zusammenarbeiten?
Kommentar: Oliver Lukner: Wenn ich das an der Stelle erwähnen darf: Wir von editorio entwickeln Texte und Konzepte, die Unternehmen digital sichtbar machen. Wir sind geübt darin, Inhalte kurz und prägnant darzustellen – so, dass der Kunde sie liest, sich mitgenommen fühlt und sich später auch daran erinnert.
Kommentar: Axel Fischer: Genau. Das spart Zeit und Nerven. So wie ihr euch auf Hörsysteme spezialisiert habt, sind wir darauf spezialisiert, eure Geschichten ins richtige Licht zu rücken. Das funktioniert besonders gut im Netzwerk kleiner und mittelständischer Unternehmen, die gegenseitig ihr Know-how nutzen.
„Kompetenz muss sichtbar gemacht werden“
Kommentar: Axel Fischer: Viele Unternehmen haben großartige Ideen und Konzepte – so wie ihr. Aber solange sie nicht nach außen dargestellt werden, kann der Kunde sie auch nicht kennen.
Antwort: Florian Theurer: Da ist was dran. Wir sind fachlich sehr tief im Thema Hörakustik. Der Weg, dieses Mehrwert-Verfahren zu entwickeln, hat uns viel Energie und Zeit gekostet. Aber ich sehe auch, dass wir noch lernen müssen, dieses Wissen besser zu kommunizieren.

„Wir haben noch Hausaufgaben in der digitalen Welt“
Kommentar: Oliver Lukner: Es fällt auf: Viele Unternehmen – und ihr seid da ein gutes Beispiel – haben extrem viel Know-how und könnten das deutlich besser kommunizieren, gerade digital.
Antwort: Florian Theurer: Absolut. Fachlich sind wir sehr tief im Thema drin und können dieses Wissen auch weitergeben. Aber es in textlicher und digitaler Form, zum Beispiel auf unserer Homepage, zu platzieren – da haben wir noch Hausaufgaben.
„Warum nicht mit Profis zusammenarbeiten?“
Kommentar: Axel Fischer: Ich sehe hier zwei typische Probleme: Erstens die technische Seite – viele wissen gar nicht, wie sie neuen Content auf ihre Webseite bringen sollen. Zweitens die Haltung, es selbst lösen zu wollen. Dabei gibt es Profis, die genau darauf spezialisiert sind.
Kommentar: Oliver Lukner: Genau. Wir bei editorio machen so etwas regelmäßig für Kunden: Wir entwickeln Texte, die kurz, prägnant und mit Wiedererkennungseffekt die Kernbotschaft transportieren. Und wir wissen, wie man sie digital so aufbereitet, dass sie bei der Zielgruppe ankommen – und bei Google sichtbar werden.
Kommentar: Axel Fischer: Das spart Zeit und skaliert die Inhalte. Statt 20 einmaliger Vorträge könnte man die gleichen Inhalte längst online haben – wiederauffindbar und nachhaltig.

„Perfektionismus als Nadelöhr“
Antwort: Florian Theurer: Ich gebe zu: Ich bin ein kleiner Perfektionist. Ich möchte inhaltlich selbst mit drinstecken, weil mir die Qualität extrem wichtig ist. Es steht aber definitiv auf meiner Wunschliste, das in naher Zukunft anzugehen.
Kommentar: Axel Fischer (mit Augenzwinkern): Das Problem ist nur: Nichts hält so lange wie ein Provisorium. Wenn du sagst „irgendwann“, sind schnell fünf Jahre vorbei – und die Erfahrung, wie es funktionieren könnte, fehlt immer noch.
Kommentar: Oliver Lukner: Genau. Das ist ein Flaschenhals. Wir glauben: Einfach mal machen oder machen lassen – und sich zumindest beraten lassen. Denn im Moment geht so viel Wertschöpfung verloren, weil eure großartige Arbeit nicht gezeigt wird.
Antwort: Florian Theurer: Definitiv. Da habt ihr recht.
Kommentar: Axel Fischer: Gerade Manufakturen wie eure müssen ihre Story erzählen. Jeder, der das hier hört oder liest, denkt: „Warum wusste ich das bisher nicht?“
Social Media: Erste Schritte und große Pläne
Frage: Axel Fischer: Was habt ihr im Bereich Digitalisierung schon alles umgesetzt? Welche Kanäle nutzt ihr aktuell?
Antwort: Florian Theurer: Wir haben eine Webseite, sind auf Facebook und Instagram vertreten – und seit Neuestem auch auf TikTok. Das läuft momentan noch in kleinem Rahmen über eine sehr engagierte Mitarbeiterin von uns, die großes Interesse an Social Media hat und kreativ ist, auch fotografiert. Außerdem haben wir im Hintergrund Unterstützung von jemandem, der uns bei Social Media Marketing und Fotoshootings begleitet.

„Wir brauchen eine Strategie“
Frage: Oliver Lukner: Habt ihr schon eine klare Social-Media-Strategie? Oder postet ihr einfach nach Gefühl?
Antwort: Florian Theurer: Wir versuchen gerade, eine Strategie aufzubauen. Aber wir merken auch: Wahrscheinlich schaffen wir es langfristig nicht allein. Es wäre sinnvoll, externe Hilfe zu holen oder jemanden im Team auszubilden – etwa als Social Media Manager.
„Warum überhaupt Social Media?“
Kommentar: Axel Fischer: Wir hören von vielen Kunden: „Wir brauchen eine Webseite, wir brauchen Social Media.“ Und wenn wir nachfragen: „Warum?“, kommt oft keine klare Antwort. Da sagen wir: Wenn Sie kein Ziel haben, verbrennen Sie nur Geld.
Wenn es nur darum geht, online „dabei zu sein“, reicht ein einfacher Onepager mit Kontaktdaten, Anfahrt und einer kleinen Story. Aber wer mehr will, braucht eine durchdachte Strategie. Nur so wird Social Media und die Webseite zu einem wirklichen Werkzeug – statt einer Karteileiche im Netz.
„Kein Wind ist günstig, wenn man den Hafen nicht kennt“

Kommentar: Axel Fischer: Es gibt einen schönen Satz: „Wenn ich den Hafen nicht kenne, ist kein Wind günstig.“ Das gilt auch für Social Media. Jeder sagt: „Mach Instagram, mach Facebook“, aber solange ich nicht weiß, was ich damit erreichen will, bleibt es nur Aufwand – ohne Ergebnis.
Mögliche Ziele: Branding oder Kundengewinnung?
Kommentar: Axel Fischer: Eine Idee wäre zum Beispiel Branding: Ich will meinen Namen lokal bekannt machen. Dann brauche ich eine Strategie, vielleicht auch Kampagnen über mehrere Monate. Oder ich setze auf Lead-Generierung, um gezielt neue Kunden zu gewinnen. Aber ohne Ziel ist Social Media nur eine weitere To-do-Liste.
„Eine Homepage kann mehr sein als eine digitale Visitenkarte“

Kommentar: Axel Fischer: Wenn ich Social Media oder die Homepage nutze, muss ich mir klar sein: Will ich damit Branding betreiben? Will ich neue Kunden gewinnen? Oder vielleicht auch Personal? Das lässt sich analysieren. Aber ohne Strategie ist eine schöne Webseite für 6.000 € nur eine digitale Visitenkarte.
Kommentar: Oliver Lukner: Richtig. Eine Webseite kann zu einem aktiven Mitarbeiter werden, der 24/7 für dich arbeitet – aber nur, wenn dahinter ein Konzept steckt. Einfach hübsch designen lassen bringt nichts, wenn sie nicht gezielt für Kundengewinnung oder andere Ziele eingesetzt wird.
„Aufklärung ist der erste Schritt“
Antwort: Florian Theurer: Da bin ich bei euch. In den letzten 20 Jahren haben wir schon dreimal unsere Homepage neu gemacht – jedes Mal moderner, schöner, aber am Ende bleibt sie statisch. Der Unternehmer selbst hat oft keine Zeit, ständig Content zu liefern. Große Firmen haben dafür Mitarbeiter, bei uns ist das schwieriger.
Der optimale Weg wäre wohl eine Kombination aus Homepage und Social Media – beides mit einer klaren Strategie. Das ist ähnlich wie in der Hörakustik: Das Angebot ist riesig, und es fällt schwer, den richtigen Dienstleister zu finden. Oft fehlt die Aufklärung darüber, was möglich ist – genauso wie bei vielen Kunden, die sagen: „Ein Hörgerät? Brauche ich nicht.“
„Ein Google Business Eintrag reicht nicht“

Antwort: Florian Theurer: Eine schöne Webseite allein holt keine Kunden. Viele nutzen ohnehin Google Maps oder einen Google Business Eintrag, um Öffnungszeiten oder die Adresse zu finden. Aber eine produktive Webseite wäre natürlich ein Traum: Eine Seite, die Kompetenz ausstrahlt, Mehrwert für den Kunden bietet und unser Alleinstellungsmerkmal transportiert.
„Der Content ist längst da – man muss ihn nur nutzen“
Kommentar: Axel Fischer: Wir glauben, dass ihr den nötigen Content schon permanent produziert. Alle Schulungen, die ihr gebt – man müsste sie nur auf eine Tonspur bringen. Mit KI kann daraus ein Text entstehen, den ein Profi wie Olli für relativ wenig Aufwand überarbeitet.
Kommentar: Oliver Lukner: Genau. Das ist nicht billig, weil es schnell gehen muss – aber effizient. Und dann wird aus all dem Wissen, das ihr sowieso täglich vermittelt, hochwertiger Content für die Homepage und Social Media.
Kommentar: Axel Fischer: Nicht falsch verstehen: Es geht nicht darum, dass Olli billig ist. Es geht darum, dass er das Know-how und die Erfahrung hat. Mit einem Content-Management-System könnte eure Mitarbeiterin Inhalte direkt selbst einpflegen. Ihr produziert jeden Tag Material – in Schulungen, im Kundengespräch – und nutzt es nicht. Das machen viele Unternehmen nicht, obwohl es so einfach wäre.
Interne Strategien statt Agentur-Abhängigkeit
Kommentar: Oliver Lukner: Die Lösung ist nicht, dauerhaft eine Agentur dazwischenzuschalten. Viel sinnvoller ist es, eine Strategie zu entwickeln, wie ihr das langfristig intern lösen könnt. Der Start kann über ein Consulting laufen – und übrigens: Es gibt dafür auch Förderprogramme wie BAFA.
Antwort: Florian Theurer: Ja, das wäre definitiv eine spannende Thematik. Gerade das Thema KI eröffnet neue Möglichkeiten. Wenn man den täglichen Austausch nutzt, könnte man Texte generieren lassen, die dann noch angepasst und freigegeben werden. Aber es ist auch ein Thema der Unwissenheit – und natürlich der Zeit, gerade mit dem aktuellen Personalmangel.

„Die Stories sind da – wir müssen sie erzählen“
Kommentar: Axel Fischer: Genau. Ihr müsst die Texte nicht selbst schreiben. Eure Mitarbeiterin kann Landingpages vorbereiten, die du dann freigibst. Und die vielen Kundenstories, die bei euch entstehen – das ist pures Gold für eure Außendarstellung.
Stell dir vor, ein Kunde erzählt in einem Interview: „Ich wusste gar nicht, dass mein Gehör so viel Potenzial hat. Erst bei Bendel Hörsysteme wurde mir eine völlig neue Welt eröffnet.“ Solche Aussagen sind mächtig.
Kommentar: Oliver Lukner: Aber im Netz seid ihr im Moment nur einer von vielen – ein ganz normaler 08/15-Hörgeräteanbieter. Dabei habt ihr so viel mehr zu bieten.
Antwort: Florian Theurer: Richtig.
KI in der Hörakustik
Frage: Axel Fischer: Setzt ihr KI schon aktiv ein? Habt ihr da Erfahrungen, die auch für Kollegen interessant sein könnten?
Antwort: Florian Theurer: Im täglichen Ablauf nutzen wir KI noch nicht aktiv. Aber natürlich ist KI bereits in den neuesten Hörsystemen integriert – dort unterstützt sie die Technik, um zum Beispiel Alltagsgeräusche intelligenter zu verarbeiten.
„Papierlos, digital – und doch nicht immer perfekt“
Antwort: Florian Theurer: Beim Thema Digitalisierung arbeiten wir aktuell an verschiedenen Punkten: Papierlosigkeit, digitale Dokumentensysteme und sogar Abformungen mit Laser statt mit Abdruckmaterial. All das versuchen wir, in unseren täglichen Arbeitsablauf einzubinden.
„Nicht jede Investition zahlt sich sofort aus“
Frage: Axel Fischer: Gab es rückblickend ein digitales Projekt, das sich als nicht so sinnvoll herausgestellt hat? Mal abgesehen vom Tamagotchi.
Antwort: Florian Theurer: (lacht) Ja, abgesehen davon: Wir haben einen Laser für Ohrabformungen angeschafft. An sich funktioniert er hervorragend – drucklos, perfekt für Menschen mit Allergien. Aber die Übertragung der Daten in das spätere Produkt hat uns gezeigt, dass es nicht hundertprozentig optimal ist. Gerade bei Rückkopplungen oder Druckstellen mussten wir nachjustieren. Anfangs haben wir den Laser täglich genutzt, mittlerweile setzen wir ihn gezielter ein – bei Allergikern oder sehr schwierigen Gehörgängen.
Kommentar: Oliver Lukner: Das klingt, als würde die Technik theoretisch perfekt passen, praktisch aber noch Kinderkrankheiten haben.
Antwort: Florian Theurer: Genau. Der Datensatz wird zwar weitergegeben, aber bei der Verarbeitung treten Differenzen auf, die in der Praxis Probleme verursachen können.

„Man muss sich Gedanken machen“
Kommentar: Axel Fischer: Ich nehme an, das ist noch eine recht neue Technik. Ich gehe davon aus, dass daran weitergearbeitet wird.
Antwort: Florian Theurer: Definitiv. Und ich finde, das ist ein gutes Beispiel: Man muss sich immer wieder Gedanken machen – egal in welcher Richtung.
Junge Menschen und die Zukunft ländlicher Räume
Kommentar: Axel Fischer: Und diese Gedanken sollten auch die jungen Menschen mit einbeziehen. Es muss attraktiv sein, in kleineren Städten zu bleiben. Sonst zieht es sie in die großen Städte – auf der Suche nach Abenteuer und Abwechslung.
Antwort: Florian Theurer: Da bin ich bei dir. Gerade für die nächste Generation müssen wir Angebote schaffen. Eine Stadt wird nicht attraktiver, wenn Jugendliche mit 16 oder 17 abends keinen Ort haben, wo sie hingehen können – außer vielleicht zur Tankstelle.
„Warum sollen Jugendliche bleiben, wenn es keine Angebote gibt?“
Kommentar: Axel Fischer: Am Ende zieht es viele Jugendliche raus aufs Land – oder sie treffen sich irgendwo im Park oder an der Tankstelle.
Antwort: Florian Theurer: Stimmt. Heute habe ich mein Smartphone in der Tasche und mit dem Elektrozug bin ich in 20 oder 30 Minuten in Ulm. Das dauert nicht länger, als früher mit dem Bus von Hochdorf nach Biberach. Warum soll sich ein 16-Jähriger an der Tankstelle die Zeit vertreiben, wenn er in der Stadt ein spannendes Angebot findet?
Kommentar: Oliver Lukner: Das ist ein Thema für einen eigenen Podcast!
Antwort: Florian Theurer (lacht): Ja, das könnte man ewig diskutieren. Ich wollte nur den Aspekt mit dem Bahnticket noch einwerfen. Aber gut, das führt jetzt zu weit.
Abschlussfrage: „Was möchtest du noch loswerden?“
Frage: Oliver Lukner: Flo, gibt es noch etwas, das du loswerden möchtest? Etwas, das dir wichtig ist oder das du uns fragen möchtest?
Antwort: Florian Theurer: Das ist eine sehr gute Frage. Grundsätzlich finde ich die Idee, die wir hier gerade beginnen umzusetzen, sehr, sehr gut. Mir persönlich macht es Spaß, mit Menschen zu arbeiten, die Fragen stellen – weil es auch für mich ein Blick hinter die Kulissen ist.

„Einblick in die Realität der Unternehmen“

Antwort: Florian Theurer: Viele Menschen kennen die Unternehmen vor Ort nur dem Namen nach. Aber was steckt wirklich dahinter? Was macht sie besonders? Diese Realität wird selten sichtbar. Deshalb ist dieser Austausch wichtig.
„Podcast als spannende Plattform“
Antwort: Florian Theurer: Ich denke, dieses Format – ob als Text oder als Podcast – ist eine tolle Möglichkeit, genau diese Geschichten zu erzählen. Es ist eine andere Ebene, eine andere Plattform, die viel mehr Einblicke erlaubt als ein klassisches Interview mit zehn Fragen. Und ich kann mir gut vorstellen, dass auch andere Unternehmen das spannend finden würden.
„Ich würde es jedem Unternehmer empfehlen“
Frage: Axel Fischer: Flo, würdest du anderen Unternehmern den Podcast mit uns empfehlen? Wenn dich jemand fragt: „Wie war das? Soll ich das auch machen?“ – was würdest du sagen?
Antwort: Florian Theurer: Sprich frei und offen? (lacht) Nein, im Ernst: Ich durfte das heute miterleben und finde es sehr gut. Ich würde es jedem empfehlen, der die Möglichkeit hat. Man bekommt hier eine Stimme nach außen, die nicht nur von einem selbst transportiert wird, sondern in einem offenen Gespräch entsteht. Das macht es authentisch.
„Vorbereitung? Sehr unkompliziert“
Frage: Oliver Lukner: Wie war die Vorbereitung für dich? War das aufwendig?
Antwort: Florian Theurer: Ganz ehrlich? Ich hatte keine Zeit für große Vorbereitung. Aber ich wurde vorab informiert, wie der Ablauf ist, und habe einen Auszug der Fragen bekommen. Mit etwas geringerem Zeitaufwand konnte ich mich also ein wenig einlesen. Wobei ich finde: Wenn es um Themen geht, die man als Unternehmer täglich lebt, kennt man sowieso die Antworten.
Kommentar: Axel Fischer: Genau. Die Fragen, die wir mitgebracht haben, waren eher ein roter Faden. Im Interview sind viele davon spontan entstanden – das macht es lebendig.
Antwort: Florian Theurer: So ist es.

„Gab es eine Frage, die wir hätten stellen sollen?“

Frage: Oliver Lukner: Gibt es eine Frage, die wir unbedingt hätten stellen sollen? Etwas, das du noch loswerden willst?
Antwort: Florian Theurer: Eigentlich nicht. Wir haben eine große Bandbreite abgedeckt. Vielleicht das Thema Gehörschutz – das kam nur am Rande vor. Dabei ist es auch ein wichtiges Feld für uns: individuell gestalteter Gehörschutz für Industrie, Musiker oder Sportveranstaltungen wie bei der TG Biberach. Aber ansonsten fehlt mir nichts.
„Vielen Dank für deine Offenheit“
Kommentar: Axel Fischer: Flo, wir möchten uns ganz herzlich bei dir bedanken – für deine Zeit, deine Offenheit und die vielen spannenden Einblicke.
Kommentar: Oliver Lukner: Absolut. Es war ein großartiges Gespräch, das sicher nicht nur uns, sondern auch unseren Zuhörern und Lesern viele neue Perspektiven gegeben hat.
Abschluss: Ein Dankeschön an alle Beteiligten
Kommentar: Axel Fischer: Flo, an dieser Stelle möchten wir uns einfach bedanken. Danke, dass du so spontan zugesagt und dir heute die Zeit genommen hast. Wir sitzen hier jetzt seit fünf Stunden zusammen.
Antwort: Florian Theurer: Ich muss ehrlich sagen, es kam mir gar nicht so lange vor.
Kommentar: Oliver Lukner: Mir auch nicht. Vielen, vielen Dank für deine Offenheit und die vielen spannenden Einblicke.
Antwort: Florian Theurer: Ich sage auch danke – es hat mir riesigen Spaß gemacht.
Kommentar: Oliver Lukner: Ebenso. Es war sehr informativ und der Espresso war übrigens auch großartig.

Fazit: Würdest du es anderen empfehlen?

Frage: Axel Fischer: Würdest du anderen Unternehmern empfehlen, ebenfalls so ein Podcast-Interview mit uns zu machen?
Antwort: Florian Theurer: Auf jeden Fall. Es war eine tolle Erfahrung. Ich würde es jedem empfehlen, der die Möglichkeit hat. Es ist eine ganz neue Form, seine Geschichte nach außen zu tragen – authentisch, im offenen Gespräch.